Weiterbildung Informationen für Weiterzubildende und Weiterbilder

Voraussetzungen für die Aufnahme einer betriebsärztlichen Tätigkeit

Gebietsbezeichnung Arbeitsmedizin

Nach Abschluss des Studiums der Humanmedizin und nach Erhalt der Approbation bzw. Berufserlaubnis können Ärztinnen und Ärzte mit ihrer Weiterbildung beginnen, um eine Facharztbezeichnung, z. B. Fachärztin/Facharzt für Arbeitsmedizin, zu erwerben. Um eine solche Bezeichnung zu erlangen, bedarf es einer mehrjährigen Weiterbildungszeit bei einer/einem befugten Ärztin/Arzt. Jede Weiterbildung wird mit einer Prüfung bei der zuständigen Landesärztekammer abgeschlossen.

Die Weiterbildungszeit im Gebiet Arbeitsmedizin beträgt insgesamt fünf Jahre. Da das Weiterbildungsrecht Landesrecht ist, können sich die Weiterbildungsordnungen der jeweiligen Landesärztekammern unterscheiden. Es wird dringend geraten, sich über die jeweilig gültige Weiterbildungsordnung der entsprechenden Landesärztekammer zu informieren.

Im Gebiet Arbeitsmedizin unterscheiden sich die Weiterbildungsordnungen bei der Aufteilung der fünf Jahre Gesamtweiterbildungszeit auf verschiedene Fachgebiete. Die Regel sind zwei Jahre (24 Monate) Innere Medizin und drei Jahre (36 Monate) Arbeitsmedizin. Von diesen können evtl. noch weitere zwölf Monate in anderen Fächern angerechnet werden. Bisher wurde in vier Landesärztekammern die Beschränkung auf 24 Monate Innere Medizin zugunsten von 24 Monaten Weiterbildung in einem Fach der unmittelbaren Patientenversorgung aufgehoben.

Innerhalb dieser fünf Jahre muss der Weiterbildungskurs Arbeitsmedizin mit insgesamt 360 Stunden besucht werden. Die Veranstalter finden Sie hier.
Teilzeitweiterbildung bedarf immer der Genehmigung durch die zuständige Landesärztekammer. Diese muss vor Beginn der Weiterbildung eingeholt werden.
Der Vorstand der Bundesärztekammer hat im November 2018 eine neue (Muster-)Weiterbildungsordnung verabschiedet.

 

Weiterbildungsordnungen

Landesärztekammer Gebiet Arbeitsmedizin
  Gesamtzeit/anrechenbare Zeit und Fächer in Monaten
Baden-Württemberg 60 M. / 24 Innere + 12 andere
Bayern 60 M. / 24 Patientenver. + 12 andere
Berlin 60 M. / 24 Innere + 12 andere
Brandenburg 60 M. / 24 Patientenver.
Bremen 60 M. / 24 Innere + 12 andere
Hamburg 60 M. / 24 Innere + 12 andere
Hessen 60 M. / 24 Patientenver. + 12 andere
Mecklenburg-Vorpommern 60 M. / 24 Innere + 12 andere
Niedersachsen 60 M. / 24 Innere + 12 andere
Nordrhein 60 M. / 24 Innere + 12 andere
Rheinland-Pfalz 60 M. / 24 Patientenver. + 12 andere
Saarland 60 M. / 24 Innere + 12 andere
Sachsen 60 M. / 24 Innere + 12 andere
Sachsen-Anhalt 60 M. / 24 Innere + 12 andere
Schleswig-Holstein 60 M. / 24 Innere + 12 andere
Thüringen 60 M. / 24 Innere + 12 andere
Westfalen-Lippe 60 M. / 24 Innere + 12 andere

Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin

Die Weiterbildungszeit für das Gebiet Arbeitsmedizin beträgt weiterhin 60 Monate (5 Jahre). Davon müssen 24 Monate (2 Jahre) in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung, die in § 2 a Abs. 6 aufgelistet sind, abgeleistet werden. Die Bestimmungen hinsichtlich des Kurses sind gleichgeblieben.
Diese neue Weiterbildungsordnung muss aber noch in allen Landesärztekammern einzeln umgesetzt werden. Der Zeitrahmen ist nicht absehbar.

Wir empfehlen allen Kolleg(inn)en, sich vor Beginn einer Weiterbildung bei der zuständigen Landesärztekammer über die für sie zutreffende Weiterbildungsordnung und evtl. in Frage kommende Übergangsbestimmungen zu informieren.

Die neue (Muster-)Weiterbildungsordnung enthält auch Bestimmungen zum evtl. auch berufsbegleitenden Erwerb der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin.
Voraussetzungen sind neben einer Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung und der Absolvierung des 360 Stunden umfassenden Weiterbildungskurs Arbeitsmedizin 1.200 Stunden betriebsärztliche Tätigkeit unter Befugnis. Zur Ausgestaltung dieser 1.200 Stunden betriebsärztlicher Tätigkeit hat der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e. V. einen Musterweiterbildungsplan erstellt.

Auch für diese neuen Bestimmungen zur Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin gelten die obigen Hinweise zur Umsetzung und Auslegung des neuen Begriffs ‚unter Befugnis‘ in den jeweils zuständigen Landesärztekammern.


Downloads

KurzfilmArbeitsmedizin: Perspektiven, die bewegen

Sehen Sie hier den in der Zusammenarbeit mit der BGHM entstandenen Kurzfilm zu den Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten von Betriebsärzten.

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