Weiterbildung Informationen für Weiterzubildende und Weiterbilder

Weiterbildung zur Erlangung der Gebietsbezeichnung Arbeitsmedizin bzw. der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin

Gebietsbezeichnung Arbeitsmedizin

Nach Abschluss des Studiums der Humanmedizin und nach Erhalt der Approbation bzw. einer Berufserlaubnis können Ärztinnen und Ärzte mit ihrer Weiterbildung beginnen, um eine Facharztbezeichnung, z. B. Fachärztin/Facharzt für Arbeitsmedizin, zu erwerben. Um eine solche Bezeichnung zu erlangen, bedarf es einer mehrjährigen Weiterbildungszeit bei einer/einem befugten Ärztin/Arzt. Jede Weiterbildung wird mit einer Prüfung bei der zuständigen Landesärztekammer abgeschlossen.

Die Weiterbildungszeit im Gebiet Arbeitsmedizin beträgt insgesamt fünf Jahre. Da das Weiterbildungsrecht Landesrecht ist, können sich die Weiterbildungsordnungen der jeweiligen Landesärztekammern unterscheiden. Es wird dringend geraten, sich über die jeweilig gültige Weiterbildungsordnung der entsprechenden Landesärztekammer zu informieren.

Der Vorstand der Bundesärztekammer hat im November 2018 eine neue (Muster-) Weiterbildungsordnung verabschiedet.

Die Weiterbildungszeit für das Gebiet Arbeitsmedizin beträgt weiterhin 60 Monate (5 Jahre). Davon müssen 24 Monate (2 Jahre) in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung, die in § 2 a Abs. 6 aufgelistet sind, abgeleistet werden. Die Bestimmungen hinsichtlich des Kurses sind gleichgeblieben.

Diese Weiterbildungsordnung gilt ab 01. Januar 2021 in 13 von 17 Landesärztekammern.

In Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz und Saarland gelten noch die alten Weiterbildungsordnungen. Diese unterscheiden sich im Gebiet Arbeitsmedizin bei der Aufteilung der fünf Jahre Gesamtweiterbildungszeit auf verschiedene Fachgebiete. Die Regel sind zwei Jahre (24 Monate) Innere Medizin und drei Jahre (36 Monate) Arbeitsmedizin. Von diesen können evtl. noch weitere zwölf Monate in anderen Fächern angerechnet werden.

Wir empfehlen allen Kolleg*innen, sich vor Beginn einer Weiterbildung bei der zuständigen Landesärztekammer über die für sie zutreffende Weiterbildungsordnung einschließlich der Übergangsbestimmungen zu informieren.

Weiterbildungsordnungen

Landesärztekammer Gebiet Arbeitsmedizin
  Gesamtzeit/anrechenbare Zeit und Fächer in Monaten
Baden-Württemberg 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung
Bayern 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung + 12 andere
Berlin 60 M. insgesamt / davon 24 Innere + 12 andere
Brandenburg 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung
Bremen 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung
Hamburg 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung
Hessen 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung
Mecklenburg-Vorpommern 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung
Niedersachsen 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung
Nordrhein 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung
Rheinland-Pfalz 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung + 12 andere
Saarland 60 M. insgesamt / davon 24 Innere + 12 andere
Sachsen 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung
Sachsen-Anhalt 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung
Schleswig-Holstein 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung
Thüringen 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung
Westfalen-Lippe 60 M. insgesamt / davon 24 Patientenversorgung

 

Innerhalb dieser fünf Jahre muss der Weiterbildungskurs Arbeitsmedizin mit insgesamt 360 Stunden besucht werden. Die Veranstalter finden Sie hier.

Teilzeitweiterbildung bedarf immer der Genehmigung durch die zuständige Landesärztekammer. Diese muss vor Beginn der Weiterbildung eingeholt werden.

 

 

Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin

Die neue (Muster-) Weiterbildungsordnung enthält auch Bestimmungen zum evtl. auch berufsbegleitenden Erwerb der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin.

Voraussetzungen sind neben einer Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung und der Absolvierung des 360 Stunden umfassenden Weiterbildungskurs Arbeitsmedizin 1.200 Stunden betriebsärztliche Tätigkeit unter Befugnis. Zur Ausgestaltung dieser 1.200 Stunden betriebsärztlicher Tätigkeit hat der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e. V. einen Musterweiterbildungsplan erstellt.

Auch für diese neuen Bestimmungen zur Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin gelten die obigen Hinweise zur Umsetzung und Auslegung des neuen Begriffs ‚unter Befugnis‘ in den jeweils zuständigen Landesärztekammern.

KurzfilmArbeitsmedizin: Perspektiven, die bewegen

Sehen Sie hier den in der Zusammenarbeit mit der BGHM entstandenen Kurzfilm zu den Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten von Betriebsärzten.

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