Arbeitsmedizinische Vorsorge

Die Verhütung arbeitsbedingter Erkrankungen, der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und die Verbesserung des betrieblichen Gesundheitsschutzes sind vorrangige Aufgaben eines Unternehmens.

Die arbeitsmedizinische Vorsorge ergänzt im Sinne der Individualprävention durch persönliche Aufklärung und Beratung der Beschäftigten die auf Betriebsebene getroffenen Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes.

Die Arbeitsmedizinische Vorsorge ist seit 2008 in der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge geregelt (erste Änderung 2013, im Anhang angepasst 2016). Diese richtet sich an Arbeitgeber und an Ärzte. Arbeitgeber müssen entsprechend der im Anhang zur ArbMedVV festgelegten Vorsorgeanlässe eine Pflichtvorsorge veranlassen oder eine Angebotsvorsorge anbieten. Daneben haben Beschäftigte das Recht, sich auf ihren Wunsch hin arbeitsmedizinisch untersuchen zu lassen. Die arbeitsmedizinische Vorsorge wird durch einen Arzt/eine Ärztin für Arbeitsmedizin oder mit Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin durchgeführt (Ausnahme: bei Tätigkeiten in Tropen, Subtropen und anderen Auslandsaufenthalten kann die arbeitsmedizinische Vorsorge auch durch einen Arzt/eine Ärztin mit Zusatzbezeichnung Tropenmedizin durchgeführt werden).

Zentrales Element der arbeitsmedizinischen Vorsorge ist die Beratung durch den Betriebsarzt. Körperliche und apparative Untersuchungen werden nach Aufklärung durch den Betriebsarzt und mit Einverständnis des Beschäftigten durchgeführt. Aus tätigkeitsbedingten Infektionsrisiken kann die Empfehlung einer Impfung folgen. Die Inhalte und das Ergebnis der arbeitsmedizinischen Vorsorge sind vertraulich und unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Ergeben sich allerdings aus der arbeitsmedizinischen Vorsorge notwendige Arbeitsschutzmaßnahmen, muss der Betriebsarzt dies dem Arbeitgeber mitteilen. Der Arbeitgeber erhält eine Vorsorgebescheinigung, aus der hervorgeht, dass und wann die arbeitsmedizinische Vorsorge stattgefunden hat und wann die nächste Vorsorge empfohlen ist. Die Mitteilung eines ärztlich empfohlenen Tätigkeitswechsels bedarf der Einwilligung der/des Beschäftigten.

Arbeitsmedizinische Regeln geben den Stand der Technik und sonstige gesicherte arbeitsmedizinische Erkenntnis wieder und konkretisieren die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge.