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In Planung: Regionale Fortbildungsveranstaltungen zur Änderung der ArbMedVV  
Mit der neuen Angebotsvorsorge für Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung von regelmäßig einer oder mehr Stunden pro Tag sind Betriebsärzte gefordert, vermehrt Arbeitnehmer als auch Unternehmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz zu beraten.  
Hitzewelle: So sorgt der Arbeitgeber für Abkühlung im Büro  
Ganz Deutschland ächzt unter der aktuellen Hitzewelle. Temperaturen bis zu 40°C sind dieser Tage keine Seltenheit und färben die Bundesrepublik violett. Glücklich können sich diejenigen schätzen, die ihre Urlaubskoffer gepackt haben und in angenehmere Gefilde entschwunden sind. Doch welche Regelungen gelten jetzt für Raumtemperaturen am Arbeitsplatz?  
Telearbeitsmedizin  
Der Berufsverband Deutscher Betriebs- und Werksärzte hat 2016 einen ersten Leitfaden zur Telearbeitsmedizin erstellt und 2018 aktualisiert. Er beschreibt den aktuellen Standard zu telemedizinischen Anwendungen in der Arbeitsmedizin. 2018 hat der 121. Deutschen Ärztetag einer Änderung der ärztlichen Musterberufsordnung zugestimmt und das bisher geltende berufsrechtliche Verbot der ausschließlichen Fernbehandlung aufgehoben. Voraussetzungen hierfür sind Aufklärung bzw. Einverständnis des Patienten und Beachtung der ärztlichen Sorgfalt. Die Bundesärztekammer hat hierzu auf ihrer Homepage Hinweise, Erläuterungen und FAQs veröffentlicht. Ferner hat die Bundesärztekammer ein Curriculum "Digitale Gesundheitsanwendungen in Praxis und Klinik" für Fortbildungsveranstaltungen der jeweiligen Landesärztekammern entwickelt. Aus unserer Sicht werden hier wichtige Grundlagen vermittelt bzw. vertieft. In der arbeitsmedizinischen Beratungstätigkeit sowohl der Unternehmer wie auch der Beschäftigten sehen wir keine generellen Hindernisse für eine Beratung mit Unterstützung durch Kommunikationsmedien. Als betreuende Betriebsärzte sollten wir die Verantwortlichen des Betriebes und die Teilnehmer des Arbeitsschutzausschusses sowie die Arbeitsplätze persönlich kennen. Die Anwendung telemedizinischer Methoden und Praktiken ist also unter Berücksichtigung der derzeitigen Rechtslage in der Arbeitsmedizin möglich. Grundvoraussetzung für die Einführung der Telearbeitsmedizin ist die Einhaltung jeweils allgemein anerkannter Qualitätsstandards, aber auch die Schaffung von räumlichen Gegebenheiten zur Wahrung der Privatsphäre des Beschäftigten, Sicherstellung der Verschwiegenheit und zur Gewährleistung eines vertrauensvollen Arzt-Patienten-Gespräches. Die Einhaltung sicherer Übertragungswege, des Datenschutzes und der ärztlichen Schweigepflicht haben höchste Priorität. Mit neuen Betreuungsformen, wie der Telearbeitsmedizin, die die klassische Betreuung ergänzen, werden die Möglichkeiten für eine effektivere ärztliche Betreuung geschaffen. Für uns Arbeitsmediziner(innen) heißt es nun, dies in die arbeitsmedizinische Welt umzusetzen. Dies ist eine Chance für die Arbeitsmedizin, um gerade in der Fläche die Versorgung zu verbessern.  
Vertragsgestaltung  
Vertragsgestaltung Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte hat einen Mustervertrag für die betriebsärztliche Betreuung erarbeitet. Unter § 4 haben wir Ihnen zwei Alternativen aufgezeigt. Alternative 1 ist die Einzelabrechnung nach GOÄ, Alternative 2 ist die Pauschalabrechnung. Die Alternative 1 stellt grundsätzlich das Problem dar, dass Sie für jede Leistung dem Arbeitgeber gegenüber offenlegen müssen, ob und welche Laborleistungen etc. bei jedem Mitarbeiter durchgeführt worden sind. Dies kann zu Problemen mit der Einhaltung der Schweigepflicht führen. Daher empfehlen wir grundsätzlich die Alternative 2. Bei Laborabrechnungen ist das BGH-Urteil vom 25.01.2012 zu berücksichtigen, das auf der Internetseite des VDBW für die Arbeitsmedizin kommentiert ist.  
Problematik "amtliche" Gebührenordnung  
Sie können mit dem Unternehmer frei über die Höhe und Art der Vergütung betriebsärztlicher Leistungen verhandeln, d. h. sie können entweder ein Stundenhonorar pauschal vereinbaren oder – auch wenn nur unzureichend betriebsärztliche Betreuungsleistungen als solche in der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) verankert sind – mit dem Unternehmer als Vergütungsanspruch ein Liquidationsrecht nach Maßgabe der GOÄ vereinbaren. Dies setzt allerdings voraus, dass die Vertragspartner sich über eine solche Form der Vergütung einigen. Kommt eine solche Vereinbarung zu Stande, muss dann geprüft werden, ob die GOÄ die Leistungen des Betriebsarztes enthält. Für Tätigkeitsbereiche des Betriebsarztes, welche in der GOÄ nicht abgebildet sind (wie z. B. Betriebsbegehungen, Beratungen des Arbeitgebers etc.) müssten so genannte Analogbewertungen gebildet werden, d. h. in der GOÄ enthaltene, nach Art, Kosten- und Zeitaufwand gleichwertige Leistungen könnten als Vergütungsgrundlage herangezogen werden. In einem zweiten Schritt müsste die GOÄ im Zuge einer Verordnungsnovelle um diese Positionen ergänzt werden. Diese Sonderstellung der Arbeitsmediziner/Betriebsärzte beruht darauf, dass sie nicht auf der Grundlage der GOÄ abrechnen müssen, wenn sie im Rahmen eines Anstellungs- oder Beamtenverhältnisses die beruflichen Leistungen gegenüber dem Arbeitgeber oder dem Dienstherrn erbringen und dafür ein Gehalt erhalten. Das Gleiche gilt, wenn der Arzt aufgrund eines Dienstvertrages seinem Arbeitgeber kontinuierlich die Erbringung beruflicher Leistungen gegenüber Dritten schuldet und hierfür eine pauschalierte Vergütung erhält. Ein solches "Dauerschuldverhältnis" stellt i. d. R. insbesondere die nebenberufliche oder hauptberufliche Tätigkeit eines niedergelassenen Arbeitsmediziners/Betriebsarztes dar. Die Einführung einer amtlichen Gebührenordnung für Betriebsärzte birgt Vor- und Nachteile in sich, welche abzuwägen sind. Einerseits bietet die GOÄ eine Grundlage für eine betriebsärztliche Vergütung und schützt den Arbeitsmediziner/Betriebsarzt insofern vor einem rigorosen Preiswettbewerb, andererseits sind dann die Rahmenbedingungen der GOÄ zu akzeptieren, z. B. der Gebührenrahmen; keinesfalls darf dann der Einfachsatz unterboten werden. Zudem ist zu beachten, dass die GOÄ nur die vertragsschließenden Ärzte bindet, nicht aber den Auftraggeber sowie die betriebsärztlichen Dienste jedweder Rechtsform, welche dadurch für sich Wettbewerbsvorteile gegenüber den niedergelassenen Ärzten realisieren können. Die Einführung einer Gebührenordnung für Betriebsärzte in die amtliche Gebührenordnung für Ärzte erweist sich als äußerst schwierig und langwierig. Derzeit gibt es keine verbindliche Gebührenordnung für arbeitsmedizinische Vorsorge. ine Aufstellung erstellt, Der VDBW die zwar keine Verbindlichkeit besitzt, aber die Vergütung von Leistungen zu strukturieren hilft.  
Fallstricke bei der Abrechnung von Laborleistungen nach der GOÄ  
Zunächst einmal – Betriebsärzte müssen nicht, aber können nach der GOÄ abrechnen. Betriebsärzten stehen grundsätzlich alle Möglichkeiten einer Honorarvereinbarung offen. Wenn Sie sich aber für die GOÄ entscheiden, müssen Sie sich auch an die dort formulierten Vorgaben halten. Gültig ist die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) in der Fassung der Bekanntmachung vom 9. Februar 1996 (BGBl. I S. 210), die zuletzt durch Artikel 17 des Gesetzes vom 4. Dezember 2001 (BGBl. I S. 3320) geändert worden ist. Der Abschnitt M in der Anlage zur GOÄ beinhaltet das Gebührenverzeichnis für Laboratoriumsuntersuchungen. Nach § 4.2 der GOÄ kann der Arzt Gebühren nur für selbständige ärztliche Leistungen berechnen, die er selbst erbracht hat oder die unter seiner Aufsicht nach fachlicher Weisung erbracht wurden (eigene Leistungen). Als eigene Leistungen gelten auch von ihm berechnete Laborleistungen des Abschnitts M II des Gebührenverzeichnisses (Basislabor), die nach fachlicher Weisung unter der Aufsicht eines anderen Arztes in Laborgemeinschaften oder in von Ärzten ohne eigene Liquidationsberechtigung geleiteten Krankenhauslabors erbracht werden. Hat der Arzt ärztliche Leistungen unter Inanspruchnahme Dritter, die nach dieser Verordnung selbst nicht liquidationsberechtigt sind, erbracht, so sind die hierdurch entstandenen Kosten ebenfalls mit der Gebühr abgegolten (§ 4.3). Gebühren für die in Abschnitt M des Gebührenverzeichnisses genannten Leistungen bemessen sich nach dem Einfachen bis 1,3fachen des Gebührensatzes. Ein Überschreiten des 1,15fachen des Gebührensatzes ist nur zulässig, wenn Besonderheiten dies rechtfertigen (§ 4.4). Bei Weiterversand von Untersuchungsmaterial durch einen Arzt an einen anderen Arzt wegen der Durchführung von Laboruntersuchungen der Abschnitte M III und/oder M IV hat die Rechnungsstellung durch den Arzt zu erfolgen, der die Laborleistung selbst erbracht hat. Viele Ärzte geben die benötigten Untersuchungen der Klassen M III oder M IV bei einem Speziallabor in Auftrag; die Kosten für die Untersuchungen werden den Patienten allerdings nicht durch das beauftragte Labor, sondern durch den einsendenden Arzt in Rechnung gestellt. Wie auch in dem vom Bundesgerichtshof entschiedenen Fall sehen derartige Konstruktionen gelegentlich vor, dass der Arzt für die Laborleistungen selbst nur einen reduzierten GOÄ-Satz an das Labor zahlt und insofern einen finanziellen Vorteil durch den Weiterverkauf der Leistungen an seine Patienten mit dem üblichen Steigerungsfaktor erzielen kann. Nach § 4.2 GOÄ darf ein Arzt aber nur „eigene Leistungen“ abrechnen, also Leistungen, die er selbst erbracht hat oder die unter seiner Aufsicht nach fachlicher Weisung erbracht wurden. Da die Untersuchungen der Klassen M III und M IV durch den Laborarzt durchgeführt wurden, steht dem einsendenden Arzt also gar kein Honoraranspruch für diese Leistungen zu. Durch eine entsprechende Rechnungstellung gegenüber dem Patienten wird nach Auffassung des BGH aber genau dies – wahrheitswidrig – behauptet und der Patient insofern getäuscht. Den Einwand des verurteilten Arztes, er habe in Wirklichkeit stellvertretend für das Labor dessen Honoraranspruch gegenüber den Patienten geltend gemacht, wies das Gericht als ersichtlich vorgeschobene Schutzbehauptung zurück. Nach der gesamten Konstruktion sei gerade nicht gewollt gewesen, dass Vertragsbeziehungen zwischen Labor und Patienten begründet werden, da der Arzt sich durch den „Weiterverkauf“ von Laborleistungen eine auf Dauer gerichtete Einnahmemöglichkeit verschaffen wollte. Mit der Entscheidung des BGH ist in einer wichtigen Frage des privatärztlichen Gebührenrechts, die auch unter Staatsanwälten umstritten war, Klarheit geschaffen. Betriebsärzte, die ebenfalls Laborleistungen „weiterberechnet“ haben, sollten überprüfen, ob ihr Abrechnungsprozedere Strafbarkeitsrisiken birgt. Höchst problematisch sind dabei Modelle, in denen im Zusammenhang mit der Abrechnung nicht selbst erbrachter Laborleistungen finanzielle Vorteile erzielt werden. Der BGH hält dies als umsatzabhängige „Kick-back“-Zahlung für einen Verstoß gegen das berufsrechtlich statuierte Verbot der Zuweisung gegen Entgelt und betont, dass auch Umgehungskonstrukte unzulässig seien. Aber auch wer seinen Kunden bislang im Sinne des Servicegedankens lediglich zusätzliche Vertrags- und Abrechnungsbeziehungen mit dem beauftragten Labor ersparen wollte und deshalb – ohne eigenen finanziellen Vorteil – die Laborleistungen zusammen mit den eigenen ärztlichen Leistungen liquidierte, sich aber dabei auf die spezifizierte Abrechnung mit GOÄ-Ziffern bezog, sollte diese Praxis vor dem Hintergrund der bestehenden Strafbarkeitsrisiken überdenken.  
Gebühren und Steuern  
Umsatzsteuer arbeitsmedizinischer Leistungen Mit der Veröffentlichung im Bundessteuerblatt vom 08.03.2001 zur Umsatzsteuerbefreiung nach § 4 Abs.14 UStG veränderte sich die Umsatzsteuerverpflichtung für Ärzte. Grundlage war das EuGH-Urteil vom 14.09.2000, wonach Leistungen eines Arztes nur dann steuerfrei waren, wenn sie der medizinischen Betreuung von Personen durch das Diagnostizieren und Behandeln von Krankheiten oder anderen Gesundheitsstörungen dienen. Die betriebsärztliche Tätigkeit wurde damit überwiegend als umsatzsteuerpflichtig eingeschätzt und Einstellungsuntersuchungen, Untersuchungen für Feuerwehr-,Flug- oder Tauchtauglichkeit der Umsatzsteuerpflicht unterstellt. Nach Auffassung des Bundesfinanzministeriums waren damit Leistungen, die Betriebsärzte im Rahmen des § 3 Abs. 1-4 ASiG erbringen, umsatzsteuerpflichtig. Leistungen von Betriebsärzten für Vorsorgeuntersuchungen blieben dann umsatzsteuerfrei, wenn ein therapeutisches Ziel im Vordergrund stand. Ärztliche Untersuchungen, die zu dem Zweck durchgeführt werden, einem Arbeitgeber Entscheidungen über Einstellungen oder über die Aufgaben, die ein Arbeitnehmer wahrnehmen kann, zu ermöglichen, sollen in erster Linie dem Arbeitgeber eine Entscheidungsfindung ermöglichen. Diese Leistungen fallen daher nicht unter die von der Steuer befreiten Heilbehandlungen. Das Finanzgericht Berlin hat in einem Urteil vom 16.11.2004 dargelegt, dass die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen – mit Ausnahme von Einstellungsuntersuchungen – in erster Linie der Krankheitsvorbeugung und -erkennung sowie der Beobachtung des Gesundheitszustands der Arbeitnehmer dienen. Arbeitsmedizinische Untersuchungen nach den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen waren somit von der Umsatzsteuer befreit. Der Bundesfinanzhof schloss sich in seinem Revisionsurteil vom 13. Juli 2006 dieser Würdigung an. Mit der Veröffentlichung im Bundessteuerblatt 2007 Teil II („Anwendung neuer BFH-Entscheidungen“, Veröffentlichung vom 26.06.2007 unter www.bundesfinanzministerium.de) war dieses Urteil auch für die anderen Finanzämter in vergleichbaren Fällen anwendbar. An der bisherigen Auffassung einer einheitlichen Leistung der Aufgaben nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 ASiG wurde nun nicht mehr festgehalten. Leistungen von Betriebsärzten, die nicht unter den Begriff der individuellen Behandlung oder Untersuchung fallen und die somit unter § 3, Abs. 1, 3 und 4 ASiG zu fassen sind, sind auch nicht umsatzsteuerfrei. Die Einsatzstunde des Betriebsarztes für allgemeine Leistungen nach ASiG (Begehungen, Beratung des Arbeitgebers) unterliegt damit der Umsatzsteuerpflicht. Unverändert umsatzsteuerpflichtig sind auch ärztliche Tätigkeiten wie Autoren-oder Vortragstätigkeiten. Betriebsärztliche Leistungen nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 ASiG sind gemäß § 4 Nr. 14 UStG steuerfrei, soweit sie nicht auf Einstellungsuntersuchungen entfallen. Eine Wahlmöglichkeit, ob die Umsatzsteuerbefreiung anzuwenden ist oder darauf verzichtet werden kann, besteht nicht. Ein ggf. vereinbartes Gesamtentgelt für alle betriebsärztlichen Leistungen nach § 3 ASiG ist sachgerecht aufzuteilen. Wie haben sich Ärzte zu verhalten? Auch das ist geregelt, und zwar im § 19 Umsatzsteuergesetz. Danach wird aus Vereinfachungsgründen keine Umsatzsteuer erhoben, wenn im vorangegangenen Kalenderjahr der steuerpflichtige Bruttoumsatz 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen wird. Diese Ärzte zählen zu den Kleinunternehmern, sie dürfen in einem solchen Fall aber auch keine  Umsatzsteuer auf ihren Rechnungsbetrag aufschlagen. Sie können beim zuständigen Finanzamt eine Befreiung beantragen. Schlagen Mediziner dennoch Umsatzsteuer auf, müssen sie diese gemeinsam mit einer Umsatzsteuervoranmeldung monatlich (bei Steuereinnahmen von mehr als 7500 Euro im Jahr) oder vierteljährlich (bei Steuereinnahmen von mehr als 1000 Euro im Jahr) innerhalb von zehn Tagen nach Ablauf des jeweiligen Monats oder Kalendervierteljahres dem Finanzamt abgeben. Zudem ist am Jahresende eine Umsatzsteuererklärung fällig. In einem solchen Fall sind  Ärzte dann aber auch vorsteuerabzugsberechtigt, d. h. von allen Gegenständen, die für die Erstellung von Gutachten oder eben für arbeitsmedizinische Leistungen notwendig sind, können die gezahlten Umsatzsteuern von der eigenen Umsatzsteuerschuld erst einmal abgezogen werden. Übereinstimmend empfehlen die Umsatzsteuerreferenten den Arbeitsmedizinern, die präventiven Leistungen, die man unter gutachterliche oder Sachverständigentätigkeit subsumieren könne, von den kurativen Leistungen sofort abzugrenzen und auf die präventiven Leistungen die Umsatzsteuer aufzuschlagen, soweit sie mehr als 17.500 Euro Umsatz im Jahr damit erwirtschaften. Auf keinen Fall sollten Ärzte, die weniger als 17.500 Euro Umsatz aus umsatzsteuerpflichtiger Tätigkeit haben, die Umsatzsteuer erheben, da diese stets abzuführen ist und dann fünf Jahre lang eine Umsatzsteuererklärung abgegeben werden muss. In den aktuellen Veröffentlichungen der Oberfinanzdirektion Frankfurt vom 08.01.2013 und der Oberfinanzdirektion Karlsruhe vom 15.01.2013 wird abweichend von bisherigen Aufstellungen die Untersuchung nach der Strahlenschutz- und Röntgenverordnung als umsatzsteuerpflichtig bezeichnet. Die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen nach den G-Grundsätzen waren nach der bisherigen Rechtsauffassung von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Was hat sich durch die Änderung der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) zum 31.10.2013 geändert? Im Mittelpunkt der ArbMedVV steht die Beratung des Mitarbeiters durch den Arzt. Diese Zielrichtung entspricht der bisherigen Auffassung der Finanzbehörden zur Befreiung von der Umsatzsteuer. Untersuchungen, die nicht in der  ArbMedVV geregelt sind und die die Frage der Eignung oder Tauglichkeit beantworten soll en, sind der Interessenslage des Arbeitgebers zuzuordnen. Sie werden damit umsatzsteuerpflichtig. Wir empfehlen Ihnen, sich mit Ihrem Steuerberater entsprechend abzustimmen. Gebühren und Steuern Gebührenordnung für Ärzte Bereits 2010 erarbeitete der VDBW eine Gebührenaufstellung nach der GOÄ zu den damals gültigen arbeitsmedizinischen Untersuchungen nach berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen. Auch wenn diese G-Sätze heute keine Rechtsverbindlichkeit haben, da die Rechtsgrundlage für die arbeitsmedizinische Vorsorge die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) ist, kann diese Aufstellung eine Orientierung bieten. Abrechnung von Laborleistungen Angestoßen durch das Urteil des BGH (1 StR 45/11 – 25. Januar 2012) zum Thema Abrechnung für nicht persönlich erbrachte (Labor-) Leistungen begann eine intensive Diskussion in unserem Berufsstand, wie eine rechtssichere Abrechnung erfolgen kann. Verschiedene rechtliche Aspekte wie Anwendung der GOÄ, höchstpersönliche Leistungserbringung, Leistungstransparenz und Schutz medizinischer Daten wirken teilweise konträr und verwirrend. Eine Einzelabrechnung nach GOÄ widerspricht der Schweigepflicht. Achtung: Laborleistungen MIII (z.B. Hepatitisserologie) darf nicht direkt abgerechnet werden. Der VDBW empfiehlt, Pauschalen zu vereinbaren.  
Für Unternehmen  
Arbeitsmedizin für Unternehmen Die physische und psychische Gesundheit und Leistungsfähigkeit des arbeitenden Menschen zu erhalten und zu fördern, die Vorbeugung und Erkennung arbeitsbedingter Risikofaktoren, die Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefährdungen einschließlich individueller und betrieblicher Gesundheitsberatung, eine berufliche Eingliederung nach länger dauerndem krankheitsbedingtem Ausfall zu begleiten sowie die berufsfördernde Rehabilitation ist Ziel einer wirksamen Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz. Grundlage dafür ist immer die Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsbedingungen. Der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens ist sowohl von der fachlichen Kompetenz der Mitarbeiter als auch von der Motivation, der Kreativität, dem Wohlbefinden und der Gesundheit der Mitarbeiter abhängig. Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu verbessern. Wirksam und nachhaltig gelingt dies im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM). Betriebliches Gesundheitsmanagement ist ein systematischer Prozess unter Einbeziehung aller betrieblichen Strukturen mit dem Ziel, die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern. Betriebliches Gesundheitsmanagement kann helfen, die Motivation der Mitarbeiter zu steigern und die Produktivität zu erhöhen, Ausfallzeiten zu senken und die Kundenorientierung sowie das Unternehmensimage zu verbessern. Betriebsärzte bieten Unternehmen: Arbeitsmedizinische Beratung – umfassend und kompetent Weiterentwicklung des betrieblichen Gesundheitsschutzes Aktuelle Fachinformationen Beratung zur betrieblichen Gesundheitsförderung und zum betrieblichen Gesundheitsmanagement Beratung in arbeitsorganisatorischen Fragen Konfliktberatung Wen dürfen Unternehmen als Betriebsarzt bestellen? Nur Fachärzte für Arbeitsmedizin oder Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin können als Betriebsarzt bestellt werden. Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt für Arbeitsmedizin können unter der Betreuung und Verantwortung eines weiterbildungsbefugten Arztes betriebsärztlich tätig werden (einschließlich Vorsorge, Begehungen, Mitwirkung ASA). Aufgabenfelder von Betriebsärzten Die Aufgaben von Betriebsärzten sind im Wesentlichen im Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Arbeitssicherheitsgesetz, ASiG) niedergelegt. Hierin ist ganz generell festgelegt, dass der Betriebsarzt den Unternehmer „in allen Fragen des medizinischen Arbeitsschutzes“ zu beraten hat. Betriebsärzte haben insbesondere den Arbeitgeber und die sonst für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung verantwortlichen Personen zu beraten, bei der Planung, Ausführung und Unterhaltung von Betriebsanlagen und von sozialen sowie sanitären Einrichtungen der Beschaffung von technischen Arbeitsmitteln und der Einführung von Arbeitsverfahren und Arbeitsstoffen der Auswahl und Erprobung von Körperschutzmitteln arbeitsphysiologischen, arbeitspsychologischen und sonstigen ergonomischen sowie arbeitshygienischen Fragen, insbesondere des Arbeitsrhythmus, der Arbeitszeit und der Pausenregelung der Gestaltung der Arbeitsplätze, des Arbeitsablaufs und der Arbeitsumgebung der Organisation der „Ersten Hilfe“ im Betrieb Fragen des Arbeitsplatzwechsels sowie der Eingliederung und Wiedereingliederung Behinderter in den Arbeitsprozess der Beurteilung von Arbeitsbedingungen die Arbeitnehmer zu untersuchen, arbeitsmedizinisch zu beurteilen und zu beraten sowie die Untersuchungsergebnisse zu erfassen und auszuwerten Betriebsärzte tragen Sorge für die Durchführung des Arbeitsschutzes und die Unfallverhütung und sind im Zusammenhang damit zuständig dafür, die Arbeitsstätten in regelmäßigen Abständen zu begehen und festgestellte Mängel dem Arbeitsgeber oder der sonst für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung verantwortlichen Personen mitzuteilen, Maßnahmen zur Beseitigung dieser Mängel vorzuschlagen und auf deren Durchführung hinzuwirken auf die Benutzung von Körperschutzmitteln zu achten Ursachen von arbeitsbedingten Erkrankungen zu untersuchen, die Untersuchungsergebnisse zu erfassen und auszuwerten und dem Arbeitsgeber Maßnahmen zur Verhütung dieser Erkrankungen vorzuschlagen darauf hinzuwirken, dass sich alle im Betrieb Beschäftigten den Anforderungen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung entsprechen verhalten, insbesondere sie über die Unfall- und Gesundheitsgefahren, denen sie bei der Arbeit ausgesetzt sind, sowie über die Einrichtungen und Maßnahmen zur Abwendung dieser Verfahren zu belehren und bei der Einsatzplanung und Schulung der Helfer in „Erster Hilfe“ und des medizinischen Hilfspersonals mitzuwirken  
Arbeits- und Betriebsmedizin  
Was Arbeitsmedizin leistet Die Arbeitsmedizin ist ein wesentlicher Teil des präventiven Auftrags in unserem medizinischen Versorgungssystem. Die Gesundheit zu erhalten und zu fördern, aus dem Arbeitsleben resultierende schädliche Einflüsse zu verhindern, Krankheiten und Gesundheitsschäden früh zu erkennen sowie eine berufliche Eingliederung zu initiieren und zu begleiten, ist Ziel einer wirksamen Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz. Neben der physischen Gesundheit widmet sich der Betriebsarzt der psychischen Gesundheit im Betrieb im Rahmen der Individualberatung sowie im Zusammenhang mit der Organisation des Arbeitsschutzes. Aufgabe der Arbeitsmedizin ist es, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des arbeitenden Menschen zu erhalten und zu fördern. Durch präventive Maßnahmen werden Risiken am Arbeitsplatz vermindert, Gesundheitsschäden vorgebeugt sowie aufgetretene gesundheitliche Beeinträchtigungen frühzeitig identifiziert und entgegengewirkt. Das trifft auch für die Erkennung und Behandlung von drohenden Berufskrankheiten zu. Der Erhalt und die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit haben Priorität und sind ein wesentlicher Baustein in der Beratung von Unternehmen und Beschäftigten.     
Gender-Hinweis  
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern auf dieser Website die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.