Telearbeitsmedizin

In der Arbeitsmedizin gewinnt die Beratung der Beschäftigten immer mehr an Bedeutung. Mit Hilfe telearbeitsmedizinischer Methoden sollen nicht nur die vorhandenen Ressourcen optimiert, sondern auch eine angemessene und rechtskonforme Beratung der Probanden sichergestellt werden.

Der Berufsverband Deutscher Betriebs- und Werksärzte hat Leitsätze zur Telearbeitsmedizin veröffentlicht. Sie stellen den Stand der Diskussion zu telemedizinischen Anwendungen innerhalb des VDBW zum gegenwärtigen Zeitpunkt dar.

Unter Beachtung der im § 7 Abs. 4 MBO-Ä beschriebenen Festlegung, dass Ärzte individuelle ärztliche Behandlung, insbesondere Beratung, nicht ausschließlich über Print- und Kommunikationsmedien durchführen dürfen, wurden die verschiedenen Modelle, die die Bundesärztekammer in den Hinweisen und Erläuterungen zur Fernbehandlung am 11.12.2015 veröffentlicht hat, hinsichtlich ihrer Durchführbarkeit in der Arbeitsmedizin auf den Prüfstand gestellt. Die Möglichkeiten der Telearbeitsmedizin mit persönlichem Bezug zum Beschäftigten (Vorsorge, Untersuchungen, Beratungen) und im Rahmen weiterer betriebsärztlicher Aufgaben (nach § 3 ASiG, DGUV Vorschrift 2) werden dargestellt. 

Die Anwendung telemedizinischer Methoden und Praktiken in der Arbeitsmedizin ist unter Berücksichtigung der derzeitigen Rechtslage möglich, erfordert in jedem Fall mindestens einen direkten, unmittelbaren und individuellen Arztkontakt im Rahmen von Vorsorgen, Untersuchungen, Beratungen und Begutachtungen.

Eine Grundvoraussetzung für die Einführung der Telearbeitsmedizin ist die Einhaltung jeweils allgemein anerkannter Qualitätsstandards, aber auch die Schaffung von räumlichen Gegebenheiten zur Wahrung der Privatsphäre des Probanden und Sicherstellung der Verschwiegenheit und zur Gewährleistung eines vertrauensvollen Arzt-Patienten-Gespräches.

Die Einhaltung sicherer Übertragungswege, des Datenschutzes und der ärztlichen Schweigepflicht haben höchste Priorität. Mit neuen Betreuungsformen,  wie der Telearbeitsmedizin, die die klassische Betreuung ergänzen,  werden die Möglichkeiten für eine effektivere  ärztliche Betreuung geschaffen.