Psychische Gesundheit im Betrieb

In vielen Unternehmen hat es sich bewährt, nach der arbeitsmedizinischen Empfehlung des Ausschusses für Arbeitsmedizin beim BMAS zur psychischen Gesundheit im Betrieb zu verfahren. Dort sind mehrere Methoden genannt, die sowohl in großen als auch in kleinen Betrieben eingesetzt werden können und über eine Einbeziehung der Mitarbeiter die Ableitung entsprechender Maßnahmen ermöglichen.

Anamnesebogen VDBW/DGPPN

Grundlage allen ärztlichen Handelns ist das ärztliche Gespräch und eine entsprechende Anamnese.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) wurde ein Anamnesebogen entwickelt, der sowohl die somatischen Fragen als auch das Thema psychische Gesundheit abhandelt. Mit den nachfolgenden elf Fragen können alle wichtigen psychischen Risiken abgedeckt werden. Eine Kernfrage in diesem Zusammenhang ist das Thema Schlafprobleme. Dahinter können sich vielfältige psychische Veränderungen verbergen. Bei den anderen Fragen werden Hinweise auf Depressionen, Angststörungen und sonstige psychische Störungen gescreent.
 

Das Beratungsgespräch des Betriebsarztes zur Psyche

Eine wichtige Grundvoraussetzung für erfolgreiche Gespräche auf diesem Sektor ist eine ruhige Gesprächsatmosphäre. Sollten Auffälligkeiten im Rahmen einer klassischen Vorsorgeuntersuchung festgestellt werden, empfiehlt es sich, mit dem Mitarbeiter einen weiteren Gesprächstermin zu vereinbaren.

Eine große Zahl von Betriebsärzten hat bereits ein Curriculum zur psychosomatischen Grundversorgung absolviert und dabei Gesprächstechniken erlernt, wie Hilfsmöglichkeiten für Mitarbeiter aufgezeigt werden können. Für uns Betriebsärzte gilt folgender Grundsatz: Risiken zur psychischen Gesundheit erkennen – Hilfe anbieten. In den meisten Fällen wird es darum gehen, möglichst früh psychische Störungen zu erkennen und externe Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten. Dazu bedarf es eines Netzwerkes für den Betriebsarzt, damit zeitnah Mitarbeitern bei psychischen Störungen geholfen werden kann.

Das Gespräch über Alkohol und Drogen gehört in jedem Falle zu einer präventivmedizinischen Beratung. Hier gibt es eine Fülle von Publikationen, auf die verwiesen werden kann.