Schutzimpfungen am Arbeitsplatz durch Betriebsärzte

Der VDBW steht zu seiner gesellschaftlichen Verantwortung, Impfen in der betriebsärztlichen Versorgung zu fördern. Nach den neuen Möglichkeiten des Präventionsgesetzes verhandelt der VDBW mit den Krankenkassen über eine Impfvereinbarung, dies es Betriebsärzten ermöglicht, Schutzimpfungen im Rahmen der Leistungspflicht der Krankenkassen zu erbringen, wie dies im § 20i Abs. 1 und 2 SGB V beschlossen wurde.

VDBW schließt Vertrag mit Krankenkassen in Schleswig-Holstein

Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e. V. (VDBW) schließt zum 1. Juli 2020 den ersten Versorgungsvertrag nach § 132e Abs. 1 SGB V über die Durchführung von Schutzimpfungen am Arbeitsplatz mit folgenden Krankenkassen/-verbänden der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in Schleswig-Holstein: 

  • AOK NORDWEST – Die Gesundheitskasse, Dortmund
  • BKK-Landesverband NORDWEST, Hamburg - handelnd für die BKKen, die dem Vertrag beitreten
  • IKK Nord, Schwerin
  • KNAPPSCHAFT – Regionaldirektion Nord, Hamburg
  • DAK-Gesundheit, Landesvertretung Schleswig-Holstein, Kiel
  • Kaufmännische Krankenkasse – KKH, Hannover

Mit der Möglichkeit, sich in Betrieben impfen zu lassen, wird ein weiterer Beitrag zur Schließung von Impflücken und somit zum besseren Gesundheitsschutz der Bevölkerung gegen Infektionskrankheiten geleistet. Betriebsärztinnen und -ärzte können  jetzt einfacher ihrer Versorgungsverpflichtung für gesetzlich Versicherte nachkommen, wie dies bereits mit dem sogenannten Präventionsgesetz aus dem Jahre 2015 geregelt worden war und nunmehr seit dem 1. März 2020 mit dem „Masernschutzgesetz“ nochmals an besonderer Bedeutung gewonnen hat.

Kassenübergreifender Rahmenvertrag in Schleswig-Holstein
Mit dem Vertragsabschluss für Schleswig-Holstein haben die dort vertretenen und teilnehmenden gesetzlichen Krankenkassen bzw. -verbände zusammen mit dem VDBW erstmals einen regionalen Rahmenvertrag gemäß § 132e SGB V zur Regelung von Schutzimpfungen durch Betriebsärzte abgeschlossen. Damit können Betriebsärzte in Schleswig-Holstein Impfungen in Unternehmen und Betrieben durchführen und ihren Versorgungsauftrag flächendeckend erbringen.

Niederschwelliges Angebot für Schutzimpfungen in Betrieben
Versicherte der teilnehmenden Krankenkassen brauchen künftig lediglich ihre gültige elektronische Gesundheitskarte (eGK) sowie ihren Impfausweis beim Betriebsarzt vorzulegen.

Impfstoffbeschaffung und Leistungsvergütung
Die Vertragsparteien haben hinsichtlich der Versorgung mit Impfstoffen eine Regelung vereinbart, die den gesetzlichen Vorgaben eines vereinfachten Abrechnungs- und Beschaffungsverfahrens entsprechen. Die Betriebsärzte erheben ihren Bedarf individuell und bestellen die Präparate bei einer Apotheke ihrer Wahl, die eine Belieferung zu maximal Apothekeneinkaufpreis (AEK) nach Lauer-Taxe plus 3% zzgl. Mehrwertsteuer gewährt. Die Honorierung der Impfleistung für die Betriebsärzte orientiert sich an der Vergütung für niedergelassene Vertragsärzte abzüglich eines Abschlages von 7,5%. 

Andere Regionen schließen sich an

Nach dem Abschluss einer Impfvereinbarung für die Region Schleswig-Holstein ist der VDBW bemüht, den Vertrag über die Durchführung und Abrechnung von Schutzimpfungen gegen übertragbare Krankheiten durch Betriebsärzte bundesweit auszurollen.

Bisher ist uns dies für folgende Regionen gelungen:

Niedersachsen

Westfalen-Lippe

Hinweise der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein

Institutskennzeichen

Um am Abrechnungsverfahren teilnehmen zu können, benötigen Sie ein Institutskennzeichen (IK). Beantragen können Sie es z. B. beim Deutschen Medizinrechenzentrum.

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