Corona-Blues trifft November-Blues

Wer auf den Anfang des Jahres zurückblickt, stellt fest, dass wir seit März, dem Beginn der Pandemie, in einem Ausnahmezustand sind – für uns alle eine völlig neue Situation. Dies führt individuell sehr unterschiedlich zu Belastungen, die erschöpfen können. Graue und kalte Herbsttage können zum Grübeln verführen und die fehlende Perspektive, wann die alte Normalität zurückkehrt, belastet zusätzlich.

Zum anderen wissen wir, dass maximal gestresste Personen ein schlechteres Immunsystem haben und ein höheres Risiko bei Infektionserkrankungen.

Was wir jetzt brauchen, ist ein Perspektivwechsel und das nötige Handwerkszeug, um diese Phase gut zu überstehen.

Resilienz lässt sich erlernen und ausbauen. Dazu wollen wir Ihnen einige Anregungen geben.

  1. Beginnen Sie jeden Tag und Morgen positiv
    Starten Sie mit dem Blick auf einen schönen Sonnenaufgang und mit guter Musik oder anderem Positiven, was Sie erfreut. Vermeiden Sie es, am frühen Morgen bereits Schreckensmeldungen aus Funk und Fernsehen zu konsumieren.
     
  2. Bewegung
    Nutzen Sie jede sich bietende Gelegenheit, um sich zu bewegen! 10.000 Schritte am Tag sind ein gutes Ziel.
     
  3. Gesunde Ernährung
    Eine ausgewogene mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Obst und wenig Fleisch hat einen nachgewiesenen positiven Effekt auf die Psyche.
     
  4. Entspannung
    Da viele Sporteinrichtungen geschlossen sind, hilft ein persönliches Trainingsprogramm. Fünf Minuten reichen schon. Gönnen Sie sich in jedem Alltag Entspannung. Das kann für den Einen der Spaziergang sein, für den Anderen der Musikgenuss und andere schwören auf autogenes Training
     
  5. Schalten Sie Push-Nachrichten aus
    Der stete Medienkonsum über unsere mobilen Endgeräte hält uns von Entspannung fern. Bestimmen Sie selbst, wann Sie ein Zeitfenster für die Nachrichten des Tages öffnen möchten. Lassen Sie sich nicht vom Internet bestimmen, sondern bestimmen Sie selbst.
     
  6. Einsamkeit macht krank
    Social Distancing verstärkt Einsamkeit. Nutzen Sie die technischen Möglichkeiten, um sich mit Familie, Freunden und Bekannten aber auch mit neuen Kontakten auszutauschen.
     
  7. Glücksmomente
    In jedem Alltag gibt es Glücksmomente. In einer chronischen Dauerstresssituation werden positive Gefühle teilweise von negativen Dingen überschrieben. Es kreist um das Negative und das Positive geht verloren. Von vielen Psychotherapeuten wird deshalb empfohlen, sich jeden Abend drei Momente des Tages bewusst zu machen, die gut für Sie gelaufen sind. Und anderen hilft auch ein Glückstagebuch.

 

Wir als Ärzte sollten hier mit positivem Beispiel vorangehen.

Wer sich tiefer informieren möchte, dem ist das Buch von Prof. Dr. med. Gustav Dobos „Die gestresste Seele“ empfohlen. Er hat an der Universität Duisburg Essen einen Lehrstuhl für Naturheilkunde und Integrative Medizin.