Betriebsärzte (m/w/d) mischen sich ein bei Betrieblicher Gesundheits-strategie

Aus Sicht des VDBW sollen sich Betriebsärzte (w/m/d) bei Aufbau und Weiterentwicklung der Betrieblichen Gesundheitsstrategie (BGS) einmischen. Eine solche Einmischung kommt umso besser an, je mehr der folgenden Kriterien erfüllt sind:

  • Konkreter Anlass
  • Günstiger Zeitpunkt
  • Richtige Dosis
  • Richtiger Adressat
  • Freundlich-einladender Ton
  • Fachlich fundiert.

Apropos „fachlich fundiert“: Abbildung 1 zeigt neun Zugangswege zur Gesundheit von Beschäftigten, die in jedem Betrieb eine Rolle spielen. Diese neun Zugangswege eigenen sich als Startpunkt für die Frage: „Wo besteht der dringlichste Veränderungsbedarf?“ (informelle Auditierung). Tabelle 1 erläutert die Zugangswege zur Gesundheit näher.

Zugangswege zur GesundheitWer erwartet etwas von Wem?
Betrieb bedient seine Kundschaft gut
  • Kunden erwarten vom Betrieb diese Haltung
  • Betrieb erwartet (gesundheitlich) geeignete Beschäftigte
  • Beschäftigte erwarten sinnvolle Aufgaben
Betrieb vermeidet Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Erkrankungen
  • Gesetzgeber erwartet vom Betrieb, dass er sich darum kümmert
Betrieb sorgt für gute Arbeitsorganisation und freundliche Kommunikation
  • Gesetzgeber und Qualitätsziele fordern vom Betrieb, dass er sich darum kümmert
Lebenslanges Lernen: Lebensstil und Arbeitsstil (informell | on-the-job | off-the-job)
  • Betrieb erwartet lernbereite Beschäftigte
  • Beschäftigte erwarten Anleitung von Vorgesetzten/Kollegen
  • Gesetzgeber erwartet in bestimmten Fällen formale Angebote vom Betrieb
  • Beschäftigte erwarten Angebote vom Betrieb
Kolleg(inn)en unterstützen sich gegenseitig
  • Beschäftigte erwarten dies von anderen Beschäftigten
  • Führungskräfte erwarten dies von den Beschäftigten
Führungskräfte kümmern sich „Wo drückt der Schuh?“
  • Betrieb erwartet von seinen Führungskräften diese Haltung und diesen Führungsstil
  • Beschäftigte erwarten das von ihren Vorgesetzten
Betriebsärzte (w/m/d) führen Arbeitsmedizinische Vorsorge durch
  • Gesetzgeber erwartet vom Betrieb die Organisation
  • Beschäftigte erwarten, dass sich der Betrieb um ihre Gesundheit kümmert
Beschäftigte haben Zugang zu Vertrauensstellen im Betrieb
  • Gesetzgeber erwartet vom Betrieb die Organisation
  • Beschäftigte erwarten vom Betrieb Zugang hierzu
Betriebliches Eingliederungsmanagement
  • Gesetzgeber erwartet vom Betrieb die Organisation

 

Betriebsärzte (w/m/d) mischen sich ein wenn…

… Kundennutzen und Gesundheit der Beschäftigten in Konflikt geraten
… die Arbeitsorganisation dysfunktional ist
… Arbeitssicherheitsaspekte keine Lobby im Betrieb haben
… es an Solidarität in der Belegschaft mangelt
… gesundheitsförderlicher Arbeits- oder Lebensstil neu erlernt werden muss
… Führungskräfte sich wenig um ihre Mitarbeiter kümmern
… die arbeitsmedizinische Vorsorge nicht etabliert ist
… betriebliche Vertrauensstellen nicht bekannt oder nicht etabliert sind
… das betriebliche Eingliederungsmanagement nicht bekannt oder dysfunktional ist