Rundschreiben März 2013

Sehr geehrte Frau Kolleginn, sehr geehrter Herr Kollege,
liebe Mitglieder und Freunde des Landesverbandes,

mit dem ersten Brief in diesem Jahr können wir Ihnen bereits über eine Erfolgreiche Fortbildungsveranstaltung am 08. und 09.02., unsere Regionaltagung in Stuttgart berichten. Dies ist traditionell eine Gemeinschaftsveranstaltung mit dem VDBW-Landesverband Württemberg, der Unfallkasse Baden-Württemberg, dem Institut für Arbeits- und Sozialmedizin der Universität Tübingen und neuerdings auch mit dem Sozialministerium Baden-Württemberg. Neben Politikern aus den wichtigen Parteien konnten wir zu dieser Veranstaltung auch den Vizepräsidenten der Landesärztekammer Baden-Württemberg, Herrn Dr. Ungemach begrüssen. Damit kam sehr gut zum Ausdruck, dass die Ärztekammer Baden-Württemberg die Werks- und Betriebsärzte in ihrer Arbeit unterstützt. Dies wurde auch bei den wichtigen Beschlüssen beim letzten Ärztetag im Jahr 2012 deutlich. Hier war es eine Gruppe von engagierten Kolleginnen und Kollegen, die für uns in der Delegiertenversammlung beim Deutschen Ärztetag die Interessen mit Erfolg wahrnehmen und für ihre Anträge im Ärzteparlament eine Mehrheit finden konnten.

Unsere Regionaltagung in Stuttgart stand unter dem Motto: „Wie werden wir von den Politikern gesehen und was können diese für uns tun“. Dabei zeigte sich in der Podiumsdiskussion, dass unser Image bei den Politikern und ihre Wahrnehmung von uns in den letzten Jahren deutlich besser geworden ist. Wir sind seit der Verabschiedung der ArbMedVV im sogenannten AfaMed mit zahlreichen Verbandsvertretern präsent. Wo wir selbst nicht vertreten sind, stellt die DGAUM, unsere akademische Schwestergesellschaft entsprechende Vertreter und wir können abgestimmt mit diesem Berufsverband unsere ärztliche Sicht der Dinge auf der so wichtigen Bühne in Berlin, wo die Grundlinien des Arbeits- und Gesundheitsschutzes festgelegt werden, einbringen. Jetzt geht es darum, bei der Weiterentwicklung der ArbMedVV wiederum unseren ärztlichen Sachverstand einzubringen und unsere ärztliche Unabhängigkeit bei dem Thema Vorsorge zu sichern.

Was hat sich noch getan in diesem erst seit kurzem angefangenen Jahr 2013? Im Januar fand in Berlin beim Bundesarbeitsministerium ein „Stressgipfel“ mit den Tarifpartnern statt. Dabei wurden von der BAuA über ein längerjähriges Stressmonitoring erhobene Daten bzw. ihre Auswertung präsentiert und die Bundesarbeitsministerin Frau Dr. von der Leyen hatte den Anspruch, dass von den Tarifpartnern eine gemeinsame Resolution mit Maßnahmenempfehlungen zur Stressbekämpfung verabschiedet werden sollte. Dies scheiterte jedoch am Widerstand der Arbeitgeberseite. Deren Hauptargument war, dass nicht die Arbeit einen hohen Stressfaktor ausmache, sondern die in der Freizeit und im sonstigen Umfeld stattfindenden Einwirkungen. Als Begründung wurde von Arbeitgeberpräsident Hundt angeführt, dass die „Arbeitslosen ja viel kränker seien als die Arbeitenden“. Im Umkehrschluss dann zu behaupten, dass es bei der Arbeit mit Sicherheit kaum krankmachende oder stressverursachende Faktoren gäbe, ist wohl ziemlich weit hergeholt. Wir als Werksärzte werden uns auch in den nächsten Jahren mit dem Thema „Stress“ und dem Thema „psychische Belastungen“ bei der Arbeit und natürlich auch der Arbeitsumgebung befassen. Wir nehmen unseren Auftrag beratend im Thema Gefährdungsanalyse psychischer Belastungen mitzuwirken sehr ernst und bei einer Umfrage 2012 hatten wir für dieses Thema aus der Mitgliedschaft viel Zustimmung erhalten. Deshalb haben wir jetzt für 2013 einen ganztägigen Workshop zu diesem Thema organisiert. Wir haben aber nicht nur das Thema Gefährdungsanalyse bei diesem Workshop auf dem Programm, sondern wir wollen Ihnen auch ein Angebot zur Resilienzstärkung von Führungskräften und Mitarbeitern vorstellen, welches das Team der sysTelios Klinik unter Leitung von Dr. Gunther Schmidt entwickelt hat. Dr. Gunther Schmidt ist Leiter des Milton Erickson Instituts in Heidelberg, international renommierter Wissenschaftler und einer der Pioniere in der Verbindung zwischen Erickson´scher Hypnotherapie und Stierlin´scher Systemischer Therapie.

Das Symposium findet am Freitag, den 28.06.2013 an der sysTelios Klinik in Wald-Michelbach im Odenwald statt. Nach einer Einführung und Vorstellung des Klinikkonzepts erfolgt die Vorstellung des oben genannten Projektes „Resilienzstärkung für die noch nicht Kranken“ vom Chefarzt und geschäftsführenden Gesellschafter der Klinik Dr. Gunther Schmidt.
Danach folgt eine Vorstellung des Konzepts des Freiburger Forschungsinstituts für Arbeits- und Sozialforschung von Dr. M. Nübling („Mr Copsoq“) zum Thema Gefährdungsanalyse. Anschließend berichtet Dr. Fröschl Psychologe bei der  ias Aktiengesellschaft und dort verantwortlich für das Thema Beurteilung psychischer Gefährdungen, über Praxiserfahrungen beim Einsatz verschiedener Methoden. Da die sysTelios Klinik etwas abseits in Waldmichelbach im Odenwald liegt und mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht zu erreichen ist, werden wir einen Transferdienst vom Hauptbahnhof Mannheim oder von Heidelberg aus organisieren. Anmeldeformulare für diese Veranstaltungen liegen dieser Aussendung bereits bei.

Aktuell möchten wir Sie aber sehr herzlich zu unserer nächsten Fortbildungsveranstaltung bei der Firma Willmar Schwabe in Karlsruhe Durlach am 10.04.2013 einladen. Diese Veranstaltung wird wie üblich wieder halbtägig an einem Mittwoch stattfinden, diesmal jedoch ist der Beginn bereits 13 Uhr, da wir zu einem späteren Zeitpunkt die Produktion nicht mehr so gut besichtigen könnten. Willmar Schwabe ist ein Familienunternehmen im Bereich Phytotherapeutika, welches von unserem Kollegen Dr. Thomas Ohlenschläger betriebsärztlich betreut wird. Wir bedanken uns bei ihm dafür, dass diese Veranstaltung durch seine Vermittlung und Unterstützung zustande kommen konnte, welche sicherlich ein Highlight werden wird. Wir haben für diesen Nachmittag auch Mitarbeiter des Integrationsamtes in Karlsruhe zu Vortrag und Diskussion über das betriebliche Eingliederungsmanagement insbesondere bei Schwerbehinderten eingeladen. Hier gibt es doch immer wieder Berührungspunkte, wenn bei Schwerbehinderten gesundheitliche Einschränkungen auftreten, die Wiedereingliederungen nach längerer Krankheit, eine Umsetzung innerhalb des Unternehmens oder evtl. technische oder personelle Hilfen notwendig machen. Hier sind wir die Vermittler zwischen Integrationsamt, betroffenem Mitarbeiter und Arbeitgeber, die aus medizinischer Sicht am ehesten die Einschränkungen mit den Arbeitsanforderungen in Übereinklang bringen können. Andererseits kann das Integrationsamt aufgrund der von ihm verwalteten finanziellen Mittel und der technischen und sozialen Expertise den Behinderten im Betrieb wertvolle Unterstützung leisten und es damit den Arbeitgebern erleichtern, Schwerbehinderte weiterhin in Beschäftigung zu halten.

Wir freuen uns auf diesen gemeinsamen Nachmittag mit den Mitarbeitern des KVJS Baden-Württemberg und laden Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen sehr herzlich dazu ein. Dem Schreiben liegt eine genaue Agenda und ein Anmeldeformular bei.

Jetzt bleibt uns nur noch zu bemerken, dass in der zweiten Jahreshälfte im November eine Veranstaltung für die Südbadischen Kollegen bei den Wieland-Werken in Villingen stattfinden wird. Zu dieser Veranstaltung wird noch eine gesonderte Einladung erfolgen.


Dr. med. Michael Sehling
Landesvorsitzender

Dr. Sigrid Weißbach sowie Dr. Ulrike Dinkelacker
stellv. Landesvorsitzende

 

Agenda / Anmeldung Veranstaltung 10.04.2013 Willmar Schwabe

Anmeldung Veranstaltung 28.06.2013 SysTelios Gesundheitszentrum

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