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23.10.14

VDBW unterstützt Forderung nach gesetzlicher Regelungen zur Prävention

Nürnberg, 23. Oktober 2014 - Deutschland braucht ein deutliches Mehr an Prävention und Gesundheitsförderung. Der Verband der Deutschen Betriebs- und Werksärzte e. V. (VDBW) fordert einschlägige gesetzgeberische Regelungen und unterstützt die Bundesregierung ausdrücklich in ihrem Bemühen um Erlass eines Präventionsgesetzes.

„Leider wird zugelassen, dass viele Menschen vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden - aufgrund von Erkrankungen, die durch Präventionsmaßnahmen vermeidbar gewesen wären“, führt Dr. Wolfgang Panter, Präsident des VDBW aus. Durch rechtzeitige und zielgerichtete Prävention könnte die für Menschen wie Unternehmen existenziell notwendige Beschäftigungsfähigkeit nachhaltig gesichert werden. Vor allem degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparats, psychosomatische und psychische Erkrankungen, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, chronische Atemwegserkrankungen und viele Stoffwechselerkrankungen könnten früher erkannt und rechtzeitig gebannt werden. „Wir als Betriebsärzte erreichen eine Zielgruppe von 40 Mio. Menschen im Berufsleben. Und wir erreichen insbesondere Menschen aus den unteren sozialen Schichten, die dem Thema Prävention gegenüber noch nicht genügend aufgeschlossen sind und die vielfach überhaupt keinen Arztkontakt haben“, ergänzt Dr. Anette Wahl-Wachendorf, Vizepräsidentin des Verbands.

Die Sensibilisierung der gesamten Bevölkerung zu diesem Thema ist ein zentraler Schritt, um die gesellschaftliche Gesundheitskompetenz insgesamt langfristig zu stärken.

Derzeit ist die arbeitsmedizinische Betreuung an vielen Stellen nicht ausreichend und es besteht die Gefahr, dass das Niveau des Gesundheitsschutzes vor allem in kleinen und mittleren Betrieben weiter sinkt. Die Politik muss die geeigneten rechtlichen Grundlagen zur Stärkung der betriebsärztlichen Vorsorge zu schaffen, die notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen und die arbeitsmedizinischen Lehrstühle ausbauen. „Denn, für die notwendige bundesweite, flächendeckende und umfassende Stärkung der gesundheitlichen Prävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung ist eine angemessene betriebsärztliche Versorgung auch für kleine und mittlere Betriebe zwingend erforderlich“, so Verbandspräsident Dr. Panter.

Alle Belastungsfaktoren, einschließlich der psychischen Belastungen mit dem Ziel, Fehlbeanspruchungen zu vermeiden, müssen durch eine Gefährdungsbeurteilung erfasst werden. Leider ist dies gegenwärtig nicht flächendeckend umgesetzt. Die Gefährdungsbeurteilung "Psychische Belastung" muss integrativer Bestandteil eines funktionierenden Arbeitsschutzmanagementsystems werden.

Ein gut funktionierendes Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) ist für die Prävention und den Gesundheitsschutz von hoher Bedeutung. Die Unterstützung der betrieblichen Verantwortlichen durch Betriebs- und Werksärzteärzte ist hierbei unerlässlich. Wichtiger Bestandteil des betrieblichen Wiedereingliederungsmanagements ist die medizinische Rehabilitation, deren Ziel es ist, im konkreten Einzelfall den bestmöglichen Rehabilitationserfolg im Sinne der Teilhabe an Familie, Arbeit, Gesellschaft und Beruf zu erzielen.

Und schließlich: Das zugrunde liegende Ziel der Stärkung kann mittelfristig nur erreicht werden, wenn Gesundheitsförderung und Prävention als eigenständige Säule des Gesundheitswesens verankert werden können. Für eine umfassende und effiziente Prävention ist es wichtig, nicht an den Zuständigkeitsschnittstellen der einzelnen Sozialleistungsträger zu scheitern. Im Bereich der Prävention sind Sektoren- und Trägerübergreifende Maßnahmen notwendig, wobei die Arbeitsmedizin mit einer moderierenden und Fallsteuernden Leistung beitragen kann.

In einer evidenzbasierten Präventivmedizin kommt dem Arzt eine zentrale Stellung zu. Dazu ist es aus Sicht des VDBW zwingend erforderlich, dass die Ärzteschaft in einer erneut vorzusehenden ständigen Präventionskonferenz angemessen vertreten ist und bei der Berufung insbesondere die arbeitsmedizinische Fachkompetenz einbezogen wird. „Wir sind bereit, uns in entsprechende Gremien einzubringen. Wichtig sind uns dabei klare Eckpunkte der Politik“, konstatiert abschließend Dr. Panter für den Verband.

Pressemitteilung als PDF-Datei

 

Ansprechpartner Presse

VDBW e.V.
Frau Dr. med. Anette Wahl-Wachendorf
Vizepräsidentin

Telefon 030 85 78 15 21
E-Mail   anette.wahl-wachendorf@no-spam.vdbw.de