Weniger Stress für Bankangestellte: Verband deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) begrüßt Erklärung zum betrieblichen Gesundheitsschutz im Bankenwesen / Arbeitsmediziner bieten Unterstützung, gesundheitlichen Belastungen vorzubeugen
Karlsruhe, 15. Juni 2010 Ständiger Stress und der Zwang, den Umsatz zu steigern – Berater im Bankenwesen sind heute einem größeren Druck ausgesetzt als vor der Finanzkrise. Diese Belastungen gehen auf Dauer an die Substanz. Nach Ansicht des Verbands deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) ist es daher nur folgerichtig, dass das Thema Gesundheitsförderung und Stressreduzierung auch Thema der aktuellen gemeinsamen Erklärung zum betrieblichen Gesundheitsschutz zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern ist.
„Das Thema Gesundheitsschutz rückt in den politischen Fokus; das begrüßen wir. Bei der weiteren Ausgestaltung von Richtlinien zur Erhaltung und Stärkung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Bankangestellten in Deutschland kann der VDBW maßgeblich unterstützen. Unser Verband will dazu beitragen, dass sich die gesundheitliche Situation der Bankmitarbeiter verbessert“, sagt Dr. Wolfgang Panter, Präsident des VDBW. Die gemeinsame Erklärung sei ein erster Schritt in die richtige Richtung.
Mit der Erklärung entsteht eine wichtige Grundlage für zugeschnittene Gesundheitsschutzmaßnahmen von mehr als 240.000 Beschäftigten bei privaten und öffentlichen Banken. Der Berufsverband deutscher Arbeitsmediziner kann hier hohe arbeitsmedizinische Kompetenz einbringen und Bankangestellten mit Know-how zur Seite stehen. „Es geht nicht nur um konkrete medizinische Vorschläge, sondern auch um verwaltungs- und gesetzestechnische Fragen. Arbeitsmediziner verfügen über umfangreiche Erfahrungen, die hilfreich sein können, den gesamten Arbeitsalltag im Bankenwesen unter gesundheitlichen Aspekten erheblich zu verbessern“, erklärt Jochen Protzer, Hauptgeschäftsführer des VDBW.
Arbeitsmediziner wollen Bankmitarbeiter vor Stress schützen
„Ziel der Arbeitsmediziner ist es, gute betriebliche Bedingungen und Voraussetzungen für die Gesundheit am Bankenarbeitsplatz zu schaffen und auszubauen, um dadurch die Beschäftigungsfähigkeit der Bankangestellten langfristig zu erhalten“, sagt Jochen Protzer. Doch viele Banker befinden sich in einem Dilemma: Auf der einen Seite sollen sie im Interesse der Kunden beraten, andererseits gibt es das Interesse, eine vorgegebene Anzahl an Finanzprodukten zu verkaufen. „Die Arbeitsbedingungen können so den Stress ungemein erhöhen. Mit Geld und Erfolg ist die eigene Gesundheit aber nicht aufzuwiegen. Die Folgen können unter anderem Bluthochdruck und psychische Veränderungen sein. Bankmitarbeiter müssen mit Hilfe von Betriebsärzten künftig besser vor krankmachendem Stress geschützt werden“, sagt Verbandspräsident Dr. Wolfgang Panter. „Die Umsetzung von Gesundheitsmaßnahmen kann Fehlbelastungen vorbeugen.“
Prävention – der Schlüssel zur Gesundheit am Arbeitsplatz
Die Abstimmung individueller Vorsorgemaßnahmen für spezielle Arbeitssituationen ist eine der zentralen Aufgabe des Betriebsarztes. „Bei steigendem Veränderungsdruck am Arbeitsplatz ist mehr Gesundheitsmanagement erforderlich, und für die gesundheitliche Prävention ist der Betriebsarzt erster Ansprechpartner. Für jeden Mitarbeiter ist es aber auch wichtig, einen seelischen und körperlichen Ausgleich zur Arbeit zu finden. Regelmäßige Bewegung und Ausgleichssport ist eine gute persönliche Vorsorge – dadurch können viele gesundheitliche Schäden vermieden werden“, so Dr. Panter.
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