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08.12.15

VDBW hebt die Chancen durch Einführung einer teilweisen Krankschreibung hervor

Karlsruhe, 8. Dezember 2015. Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. betont die positiven Aspekte eines diskutierten Teilkrankengeldes für die Reintegration in das Erwerbsleben.

Die Einführung eines sogenannten Teilkrankengeldes kann im Sinne des Beschäftigten und seines Arbeitsplatzes eine Ergänzung der bisherigen Maßnahmen zur Wiedereingliederung darstellen. Dies sieht der Verband vorrangig bei chronischen Erkrankungen mit langen Arbeitsunfähigkeitszeiten und betrifft sowohl somatische als auch Erkrankungen aus dem psychischen Formenkreis. Erst am 26.11.2015 hatten die Betriebskrankenkassen bekanntgegeben, dass bereits fast die Hälfte aller Fehltage der erwerbstätigen BKK-Mitglieder auf lang dauernde Erkrankungen von über sechs Wochen zurückzuführen seien und daraufhin einen Aktionsplan gegen Dauererkrankungen gefordert. [1]

Unabdingbar für eine erfolgreiche Wiedereingliederung ist jedoch die genaue Kenntnis der spezifischen Arbeitsplatzsituation, um individuelle Gegebenheiten zu berücksichtigen und den Wiedereinstieg zu fördern. Dies muss mit Einschaltung des Betriebsarztes geschehen. „Wir sind der Meinung, dass die Formulare für die Arbeitsunfähigkeit gemeinsam durch Betriebsarzt und behandelnden Arzt abzustimmen sind. Teilkrankschreibungen können einen Beitrag dazu leisten, Aussteuerungen zu vermeiden“ sagt VDBW-Vizepräsidentin Dr. Anette Wahl-Wachendorf.

Zuvor hatte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen in einem Sondergutachten an das Bundesgesundheits-ministerium den Vorschlag gemacht, eine teilweise Krankschreibung nach skandinavischem Vorbild einzuführen. Diese sieht eine flexiblere Einstufung der Arbeitsunfähigkeit unter Berücksichtigung der individuellen Leistungsfähigkeit vor. Zwischen 2006 und 2014 waren die Krankengeldausgaben in Deutschland von 5,7 Milliarden auf 10,6 Milliarden Euro angestiegen. [2]

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Quellen:
1.    Thelen, P. (2015). Aktionsplan gegen Dauerkrankheiten. Kassen fordern Hilfe für die wachsende Zahl der langfristig Leidenden. Handelsblatt, vom 26.11.2015, Seite 9

2.    Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (2015). Krankengeld – Entwicklung, Ursachen und Steuerungsmöglichkeiten. Sondergutachten 2015. www.svr-gesundheit.de/index.php



Der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) ist der Berufsverband deutscher Arbeitsmediziner und der größte arbeitsmedizinische Fachverband Europas. Er vertritt seit über 65 Jahren die Interessen seiner rund 3.100 Mitglieder. Zu den Aufgaben des VDBW gehören die Förderung der Qualität arbeitsmedizinischer Betreuung, die Integration des präventiven Fachgebietes Arbeitsmedizin in das medizinische Versorgungssystem und die Unterstützung von Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention in den Betrieben. Der VDBW unterstützt gemeinsam mit anderen maßgeblichen Fachdisziplinen und Institutionen die Gewinnung und Auswertung neuester arbeitsmedizinischer Erkenntnisse sowie deren Weitergabe in die Praxis und wirkt an der Gestaltung arbeitsmedizinischer Programme mit. Die Geschäftsstelle des VDBW befindet sich in Karlsruhe.

Pressekontakt:
Bastian Specht
Verbandsreferent
Geschäftsstelle Karlsruhe
Friedrich-Eberle-Str. 4 a
76227 Karlsruhe
Telefon +49 721 9338-181
Telefax +49 721 9338-186
Email: bastian.specht@vdbw.de
Internet: www.vdbw.de

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Ansprechpartner Presse

VDBW e.V.
Frau Dr. med. Anette Wahl-Wachendorf
Vizepräsidentin

Telefon 030 85 78 15 21
E-Mail   anette.wahl-wachendorf@no-spam.vdbw.de

 
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