docs@work – eine Arbeitswelten-Rallye für Mediziner
In der Arbeitsmedizin droht Versorgungslücke / Perspektiven für ärztlichen Nachwuchs / Bewerbungsstart unter www.vdbw.de ab 15. Juli
Karlsruhe, Juli 2009 – Logo und Titel könnten auch zu einem modernen Medienformat gehören. Doch „docs@work“ soll nicht „Dr. House“ oder „Deutschland sucht den Superstar“ Konkurrenz machen, auch wenn sich dahinter eine spannende Herausforderung verbirgt. „Wir haben bewusst einen zeitgemäßen Weg gewählt, um für den Beruf des Betriebs- und Werksarztes zu werben. Das garantiert die Aufmerksamkeit, die diesen spannenden ärztlichen Aufgaben gebührt“, betont Dr. Wolfgang Panter, Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW).
Das Abenteuer Arbeitsmedizin beginnt jetzt: Ab 15. Juli können sich Mediziner für docs@work bewerben. Die acht Ärztinnen und Ärzte, die in der Vorauswahl bestehen, treten jeweils in Zweier-Teams zu einem ungewöhnlichen Finale an. Innerhalb von zwei Tagen – am 7. und 8. Oktober – können sie unter den Augen einer fachkundigen Jury unter Realbedingungen beweisen, dass sie das Zeug zum Betriebsarzt haben. Docs@work startet in vier Unternehmen in und um Hamburg, unter anderem bei Airbus Deutschland und beim Norddeutschen Rundfunk.
Mit der ungewöhnlichen Aktion will der VDBW das Image des Berufes auf den aktuellen Stand bringen. Dr. Panter: „Viele Menschen assoziieren mit dem Beruf des Betriebs- oder Werksarztes eher Eintönigkeit. Wir wollen zeigen, dass dem nicht so ist.“ Denn die Arbeitsmedizin stellt hohe Anforderungen an den Arzt: Da geht es nicht nur darum, darauf zu achten, dass Arbeitsplätze am Bildschirm oder am Fließband augen- oder gelenkschonend eingerichtet sind. Da ist der Mediziner auch gefragt, wenn es sich darum dreht, die gesundheitlichen Voraussetzungen in Arbeitsprozessen zu definieren, ausgleichende Maßnahmen im Betrieb einzuführen und aktiv an Modellen mitzuwirken, erkrankte Mitarbeiter wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. „Hier sind Empathie und medizinische Kenntnisse genauso gefordert wie Kreativität und Führungskompetenz“ – davon ist Dr. Panter überzeugt.
Echte Berufschancen in einer sich wandelnden Arbeitswelt
Doch es ist nicht allein die Imageverbesserung, die den Verband dazu bewogen hat, docs@work zu starten. Dahinter steht ein ernstes Anliegen. „49,1 Prozent aller Betriebsärzte sind heute 60 Jahre oder älter. Es droht eine echte Versorgungslücke, wenn im Fachbereich Arbeitsmedizin keine ausreichende Anzahl junger Ärztinnen und Ärzte nachrückt. In der Arbeitswelt hat zudem ein Umdenken eingesetzt. Den Betrieben ist klar, wie wichtig es auch für sie ist, wenn ihre Mitarbeiter fit bleiben. Und sie sind bereit, etwas für ein vorausschauendes Gesundheitsmanagement zu tun. Während also im Bereich der Medizin wie anderswo auch die Rationierungsschraube angezogen wird, steigt künftig der Bedarf an Betriebsärzten. Somit wird die Arbeitsmedizin zur echten Alternative für den ärztlichen Nachwuchs.
Die unter allen Bewerbern ausgesuchten acht Ärztinnen und Ärzte erwarten im Finale Planspiele aus dem heutigen Berufsleben. „Beispielsweise müssen sie sich mit dem Thema Wiedereingliederung beschäftigen“, sagt Jochen Protzer, Hauptgeschäftsführer des VDBW. Gleiche Bedingungen für alle: Die acht Teilnehmer müssen als Paar jeweils acht arbeitsmedizinische Aufgaben lösen. Zu den Testaufgaben zählen beispielsweise ein Eignungstest für Flugmechaniker, eine Gefährdungsanalyse für Werftarbeiter und ein Konzept zur gesundheitlichen Prävention für Führungskräfte. „Hier kommt es in unserem Wettstreit darauf an, wie der Kandidat mit der Anfrage umgeht, welche Wege er beschreitet, um sich ein Bild zu machen und wie seine medizinische Begründung und Empfehlung lautet“, erklärt Jochen Protzer. Reale Aufgaben bilden gleichzeitig die anspruchsvollen Anforderungen der Werks- und Betriebsärzte ab. So kann sich die Jury auch ein Bild über die Belastbarkeit der Ärzte machen.
Die Erfahrungen, die die Protagonisten während dieser zwei Tage sammeln können, sind von unschätzbarem Wert. Neben dem Einblick in ein neues Arbeitsfeld mit all seinen Facetten erhalten die mitwirkenden Mediziner die Möglichkeit, unter spielerisch-wettbewerblichen Bedingungen eigene Grenzen auszutesten. „Vier Ärzteteams treten in unserer ‚Arbeitswelten-Rallye’ an und müssen arbeitsmedizinische Aufgaben wie die oben geschilderte meistern. Unter den Augen des jeweiligen leitenden Betriebsarztes im Unternehmen proben sie den Alltag. Eine solche Erfahrung kann man sich auch für Geld nicht kaufen“, davon ist Dr. Panter überzeugt. Er hofft deshalb darauf, dass sich möglichst viele bis zum 10. September 2009 beim VDBW bewerben. Teilnehmen kann jeder approbierte Mediziner. „Mitbringen müssen die Finalisten nichts als Neugier und die Fähigkeit, sich auf Neues einzulassen“, erläutert Dr. Panter. „Dafür bekommen sie sehr viel: ein unvergleichliches Erlebnis, eine mögliche berufliche Perspektive – und das beste Team erhält den docs@work-Award 2009.“ Diese Auszeichnung ist verbunden mit einem Fortbildungsgutschein für ein Jahr, der für sämtliche Fortbildungsangebote des Verbandes gilt.
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