Countdown läuft: Nachwuchsaktion pro Arbeitsmedizin
Perspektiven für ärztlichen Nachwuchs: docs@work – eine Arbeitswelten-Rallye für Mediziner / Bewerbung unter www.vdbw.de/docsatwork nur noch bis 10. September
Karlsruhe, August 2009 – Der Arbeitsmedizin mangelt es seit langem an Nachwuchskräften. Immer häufiger können arbeitsmedizinische Stellen nicht besetzt werden. Aktuell stehen 12.266 Betriebsärztinnen und -ärzte für die arbeitsmedizinische Versorgung von rund 30 Millionen Vollbeschäftigten in über drei Millionen Betrieben in Deutschland zur Verfügung – Tendenz sinkend. Der Anteil der über 65jährigen Betriebsärzte ist mit 5839 Ärzten sehr hoch. Das zeigt, dass in den nächsten Jahren mehr Arbeitsmediziner aus dem Beruf ausscheiden werden als derzeit nachrücken. Daher ist dem VDBW das Gewinnen des Nachwuchses ein zentrales Anliegen.
Aktuell bereitet der Verband mit der Aktion „docs@work“ eine Arbeitswelten-Rallye für Mediziner vor. Hier können sich Ärzte bewerben und innerhalb von zwei Tagen – am 7. und 8. Oktober – unter den Augen einer fachkundigen Jury unter Realbedingungen beweisen, dass sie das Zeug zum Betriebsarzt haben. Denn während im Bereich der Medizin die Rationierungsschraube angezogen wird, steigt künftig der Bedarf an Betriebsärzten. Somit wird die Arbeitsmedizin zur echten Alternative für den ärztlichen Nachwuchs. „Docs@work“ vermittelt in vier Hamburger Unternehmen – darunter Airbus Deutschland, dem Norddeutschen Rundfunk und dem Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel – einen realen Eindruck des Berufs. Bewerben kann sich jeder Arzt noch bis zum 10. September auf www.vdbw.de/docsatwork.
Der Betriebsarzt als Gesundheitsmanager
„49,1 Prozent aller Betriebsärzte sind heute 60 Jahre oder älter. Es droht eine echte Versorgungslücke, wenn im Fachbereich Arbeitsmedizin keine ausreichende Anzahl junger Ärztinnen und Ärzte nachrückt“, so Dr. Wolfgang Panter, Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). In der Arbeitswelt hat zudem ein Umdenken eingesetzt. Den Betrieben ist klar, wie wichtig es auch für sie ist, wenn ihre Mitarbeiter fit bleiben. Und sie sind bereit, etwas für ein vorausschauendes Gesundheitsmanagement zu tun. „Die Arbeitsmedizin stellt hohe Anforderungen an den Arzt“, so Dr. Panter. Da geht es nicht nur darum, darauf zu achten, dass Arbeitsplätze am Bildschirm oder am Fließband augen- oder gelenkschonend eingerichtet sind. Da ist der Mediziner auch gefragt, wenn es sich darum dreht, die gesundheitlichen Voraussetzungen in Stellenausschreibungen zu definieren, ausgleichende Maßnahmen im Betrieb einzuführen und aktiv an Modellen mitzuwirken, erkrankte Mitarbeiter wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. „Hier sind Empathie und medizinische Kenntnisse genauso gefordert wie Kreativität und Führungskompetenz“ – davon ist Dr. Panter überzeugt.
docs@work-Aktion im Herbst zeigt echte Berufschancen in einer sich wandelnden Arbeitswelt auf
Die acht Ärztinnen und Ärzte, die in der Vorauswahl bestehen, treten jeweils in Zweier-Teams zu einem ungewöhnlichen Finale an. Die unter allen Bewerbern ausgesuchten acht Ärztinnen und Ärzte erwarten im Finale Planspiele aus dem heutigen Berufsleben. „Beispielsweise müssen sie sich mit dem Thema Wiedereingliederung beschäftigen“, sagt Jochen Protzer, Hauptgeschäftsführer des VDBW. Gleiche Bedingungen für alle: Die acht Teilnehmer müssen als Paar jeweils acht arbeitsmedizinische Aufgaben lösen. Zu den Testaufgaben zählen beispielsweise ein Eignungstest für Flugmechaniker, eine Gefährdungsanalyse für Werftarbeiter und ein Konzept zur gesundheitlichen Prävention für Führungskräfte. „Hier kommt es in unserem Wettstreit darauf an, wie der Kandidat mit der Anfrage umgeht, welche Wege er beschreitet, um sich ein Bild zu machen und wie seine medizinische Begründung und Empfehlung lautet“, erklärt Jochen Protzer. Reale Aufgaben bilden gleichzeitig die anspruchsvollen Anforderungen der Werks- und Betriebsärzte ab. So kann sich die Jury auch ein Bild über die Belastbarkeit der Ärzte machen.
Die Erfahrungen, die die Protagonisten während dieser zwei Tage sammeln können, sind von unschätzbarem Wert. Neben dem Einblick in ein neues Arbeitsfeld mit all seinen Facetten erhalten die mitwirkenden Mediziner die Möglichkeit, unter spielerisch-wettbewerblichen Bedingungen eigene Grenzen auszutesten. „Vier Ärzteteams treten in unserer ‚Arbeitswelten-Rallye’ an und müssen arbeitsmedizinische Aufgaben meistern. Unter den Augen des jeweiligen leitenden Betriebsarztes im Unternehmen proben sie den Alltag. Eine solche Erfahrung kann man sich auch für Geld nicht kaufen“, davon ist Dr. Panter überzeugt. Teilnehmen kann jeder approbierte Mediziner. „Mitbringen müssen die Finalisten nichts als Neugier und die Fähigkeit, sich auf Neues einzulassen“, erläutert Dr. Panter. „Dafür bekommen sie sehr viel: ein unvergleichliches Erlebnis, eine mögliche berufliche Perspektive – und das beste Team erhält den docs@work-Award 2009.“ Diese Auszeichnung ist verbunden mit einem Fortbildungsgutschein für ein Jahr, der für sämtliche Fortbildungsangebote des Verbandes gilt.

