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Aktuelle Themen, Arbeitsmedizin

30.10.14

Informieren über Krebsfrüherkennung als Aufgabe des betriebs- und werksärztlichen Dienstes

Eva Maria Bitzer¹, Sonja Pajonck¹, Fabienne Deck¹, Uwe Gerecke², Marie-Luise Dierks³

1 Pädagogische Hochschule Freiburg, Fachrichtung Public Health & Health Education, Freiburg
2 enercity - Ltd. Betriebsarzt, Hannover / Verband deutscher Betriebs- und Werksärzte
3 Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung

Ein Ziel des Nationalen Krebsplans ist die Steigerung einer informierten Inanspruchnahme von Krebsfrüherkennungsprogrammen der gesetzlichen Krankenkassen. Informiert über die Teilnahme an einer Krebsfrüherkennungsuntersuchung zu entscheiden bedeutet, in Kenntnis des Nutzens (z.B. Anzahl der mit der Früherkennung vermiedenen Todesfälle) und des Schadens (z. B. die Anzahl der mit Früherkennung überdiagnostizierten Krebserkrankungen, die ohne Früherkennung zu Lebzeiten kein Symptome verursacht hätten) sowie im Einklang mit den persönlichen Präferenzen eine Entscheidung zu treffen (Marteau et al. 2001).

Im betrieblichen Setting könnten Betriebs- und Werksärztinnen und -ärzte wichtige Akteure der Informationsvermittlung sein. Welche Einstellungen zu dieser möglichen neuen Aufgabe bei diesen Akteuren vorliegen, welche bisherigen Erfahrungen sie mit diesem Thema gemacht haben und ob sie aktuell entsprechende Aktivitäten planen, war Gegenstand einer Online-Befragung von 2.000 Betriebs- und Werksärztinnen und -ärzten des VDBWs. Erfasst wurde dabei auch, wie es um dem Kenntnisstand zu grundlegenden statistischen Kenngrößen zum Thema bestellt ist.

Positiv anzumerken ist, dass nahezu alle der 449 Betriebsärztinnen und -ärzte, die sich an der Befragung beteiligten (Rücklaufquote ca. 22,5%), angaben, von ihnen betreute Belegschaft(en) bereits über verschiedener Zugangswege zur Krebsfrüherkennung informiert zu haben (n=436; 97,1%). Auch zukünftig möchte eine deutliche Mehrheit das Thema Krebsfrüherkennung innerhalb des betriebsärztlichen Dienstes aufgreifen (n=350; 78,0 %). Die Aussage, dass das Informieren zum Thema Krebsfrüherkennung der Verantwortung des betriebsärztlichen Dienstes obliegt, trifft bei nahezu der Hälfte der an der Befragung teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte auf vollste Zustimmung (n=221; 49,4 %), nur sehr wenige lehnen diese Aussage explizit ab (n=12; 7%).

Aus Sicht der Befragten sind die drei wichtigsten Ziele, die mit der Information über Krebsfrüherkennung im betrieblichen Setting verfolgt werden sollten, (1) die Steigerung der Teilnahmerrate der im Nutzen belegten Krebsfrüherkennungsmaßnahmen (n=439; 98,0 %), (2) die Förderung der informierten Entscheidung (n=393; 97,8 %) sowie (3) die Reduktion der Krebsmortalität (n=424; 94,7 %) (vgl. Abbildung 1).

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