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Der Verband, Aktuelle Themen

15.09.11

Social media

Um 50 Millionen Menschen zu erreichen, brauchte das Medium „Radio“ 25 Jahre, das Medium „Fernsehen“ 13 Jahre, das Internet vier Jahre und Facebook? Fünf Monate. Heute, zwei Jahre später, erreicht Facebook 500 Millionen Menschen in 70 Sprachen.

Social Media stehen für eine geräuschlose Revolution, die viele übersehen und erst wahrnehmen, wenn sie mit Zahlen konfrontiert werden. Social Media sind heute mit knapp 2 Mrd. Nutzern das größte zusammenhängende Massenmedium der Welt; kein Wunder, dass es alle Paradigmen des Marketings verändert.

Was sind eigentlich Social Media?
Diesem abstrakten Begriff hat nicht zuletzt die große Popularität von Facebook Leben eingehaucht. Es sind soziale Netzwerke und Netzgemeinschaften, in denen sich Millionen Menschen auf virtuellen Plattformen treffen. Diese Menschen tauschen ihre Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen aus, finden Gleichgesinnte, bilden neue Gruppen und „machen“ nicht selten ein Thema. Waren dies ursprünglich Foren, Chats und Blogs, auf denen dieser Austausch stattfand, so sind es heute mehr und mehr auch Portale, Content-Sites,
Onlineshops und Bildarchive. Das Revolutionäre ist, dass Social Media nicht nur einem Kreis eingeweihter Technik-Freaks vorbehalten sind. Social Media greifen das menschliche Verlangen nach sozialer Interaktionen auf und optimieren diese Interaktionsmöglichkeiten mittels Technologie. Als Kommunikationsmittel werden dabei Text, Bild, Audio, Video und andere digitale Medienformate verwendet. Social Media sind kein Trend – sie stehen für die fundamentale Veränderung unseres Kommunikationsverhaltens, unseres Informationskonsums und damit auch unserer Kaufentscheidungen. Und zwar über Landesgrenzen hinweg.

Diesen Veränderungen kann man sich – vielleicht! – als Privatperson entziehen. Für ein Verband oder Unternehmen ist es schon nicht mehr möglich: Denn ein entscheidendes Merkmal der Social Media ist es, dass es nicht davon abhängt, ob ein Verband oder eine Firma selbst aktiv diesen Weg beschreitet. Facebook beispielsweise legt automatisch Firmenwebsites an. Blogger und Twitterer nehmen sich Verbände, Unternehmen oder Produkte vor, über die sie sich auslassen.

Doch was verändert sich genau?
Im Internet kann sich jeder Einzelne als Journalist betätigen, ohne dass er die Grundzüge des Handwerks erworben haben oder sich etwa den Regeln eines Presserates beugen muss. Das eigene Empfinden eines Bloggers wird somit zur Wahrheit, die nicht der journalistischen Ausgewogenheit bedarf und sich im Netz in Windeseile verbreiten kann. Per Mausklick wächst die Gemeinde derer, die sich der Meinung anschließen, sie ergänzen oder ablehnen. Auf diese Weise werden User zu Markenbotschaftern und definieren maßgeblich das Image einer Marke, eines Verbandes.

Andererseits ermöglicht Social Media Verbänden, auf Augenhöhe mit ihren Partnern, Zielgruppen und Mitgliedern zu kommunizieren. Social Media-Ansprachen erfolgen punktgenau und dies mit dem geringsten Zeit- und Kostenaufwand. Gleichzeitig muss man sich darüber bewusst sein, dass die Nutzung von Social Media eine kontinuierliche Arbeit in diesen Kanälen erforderlich macht und eine beinahe ständige Präsenz in Echtzeit erforderlich ist. Wer es gewöhnt ist, sich zu jeder Zeit Informationen aus dem Netz zu besorgen, lässt sich von einem elektronischen Medium wie dem Fernsehen nicht vorschreiben, wann es Zeit ist, Nachrichten anzusehen. Die Generation Web 2.0 ist auf Echtzeit gepolt – die aktuelle Tageszeitung ist schon die Zeitung von gestern, wenn sie auf den Frühstückstisch kommt! Das Faszinierende an Social Media ist, wie archaische Verhaltensmuster mit nie da gewesenen technischen Möglichkeiten gekoppelt und so die Meinungsbildung zunehmend beeinflusst wird. Der Empfehlung eines Freundes folgt man eher als einer Werbung, hinter der eindeutig das Verkaufsinteresse des Absenders steht. Funktioniert das auch, wenn es um die Kommunikation von Verbänden geht? Wie könnte der VDBW Social Media nutzen?

Social Media-Premiere des VDBW: die jobfit-Aktion
Die Präventionskampagne des Verbandes hat das Ziel, möglichst viele Entscheider und Unterstützer für den Präventionsappell zu gewinnen. Gerade in diesen neuen Medien werden erreichte Zahlen besonders wahrgenommen und bewertet; deshalb ist es besonders wichtig, eine hohe Zahl von Unterstützern
zu erreichen.

Wie könnte eine künftige Vision aussehen? Auf der Basis der konkreten aktuellen Kampagne „jobfit“ in Verbindung mit den neuen Möglichkeiten von Social Media könnte beispielsweise eine fiktive Pressemitteilung wie „Ministerin Mustermann unterschreibt bei jobfit“ im zuvor eingerichteten XING-VDBWProfil veröffentlicht und bei Twitter gepostet werden. Diese Meldung würde nun unter den Usern und „Followern“ verschiedene Reaktionen auslösen, denn Nachrichten können sich nun „selbstständig” verbreiten und wiederum weitere Reaktionen auslösen. In den Twitter-Aggregatoren werden Meldungen multipliziert und verbreiten sich schnell. Eine weitere Möglichkeit könnte künftig sein, dass auf den Facebookprofilen der größeren Unternehmen der Aufruf zur Unterstützung des jobfit-Projektes aufgenommen und diskutiert wird. Dadurch würden jenseits von allen offiziellen Publikationen lebhafte Diskussionen über dieses Präventionsprojekt unter den Mitarbeitern entstehen.

Wenn diese Kommunikationswege auch für den Verband zur Wirklichkeit werden, bieten sich für Betriebsärzte vor Ort große Chancen, sich in eine solche Diskussion virtuell aber auch im persönlichen Gespräch mit den Mitarbeitern einzubringen. Durch die extrem schnelle Verbreitung von Neuigkeiten mittels Social Media können tausende Menschen in wenigen Tagen auf diesem Weg eine bestimmte Meldung erhalten und beispielsweise die real bestehenden Aktionswebsite www.job-fit.net besuchen und sich eintragen.

Natürlich würde eine derartige Medienarbeit der Zukunft auch die Verbandsarbeit verändern. Twitter, XING, Facebook – die Diskussionen im Social Media können künftig nicht mit schriftlichen Stellungnahmen nach mehreren Wochen beantwortet, sondern müssen in Echtzeit begleitet werden.

Dabei gibt es viele offene Fragen. Welche Themen stoßen auf Interesse? Was bringen die Aktivitäten für das Image des Verbandes? Wann müssen wir, wann sollen wir eingreifen mit eigenen Beiträgen und Stellung beziehen? Noch ist über die gezielte Nutzung der neuen Kommunikationskanäle keine Entscheidung gefallen, aber klar ist, dass dann „Social Media-Beauftragte“ des Verbandes berufen werden müssten. Zu deren Aufgaben würde gehören, drei Mal täglich mit einem „Dashboard“ die veröffentlichten Beiträge im Social Media zu bewerten und gegebenenfalls darauf zu reagieren, bei wichtigen Themen die Abstimmung mit dem Präsidium herbeizuführen und das alles wohlgemerkt in Echtzeit.

Die bestehende Geschäftsstelle könnte diese zusätzlichen Aufgaben nicht allein übernehmen, voraussichtlich würde ein „VDBW Social Media-Team“ notwendig sein.
Wie denken Sie als Mitglied darüber? Wie kann der Verband angemessen
auf Social Media reagieren?

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