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Arbeitsmedizin

06.04.11

Kampagne zum Präventionsappell

Präventionsappell
Deutschland braucht leistungsfähige Arbeitnehmer, um sich im Wettbewerb zu behaupten. Trotzdem lassen wir es zu, dass viele Beschäftigte vorzeitig aus dem Berufsleben, aufgrund von Erkrankungen ausscheiden. Typische Beispiele sind Wirbelsäulenschäden, psychosomatische und psychische Leiden oder chronische Erkrankungen der Atemwege. Dies belastet nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft, sondern auch die stark strapazierten sozialen Sicherungssysteme und jeden einzelnen betroffenen Mitarbeiter. VDBW und DGAUM haben aus wissenschaftlicher und der praktischen Sicht einige erste inhaltliche Lösungsansätze erarbeitet und wollen die politisch Gestaltenden durch den Präventionsappell dazu ermutigen, Prävention und Gesundheitsförderung in den Mittelpunkt künftiger Reformen des Gesundheitswesens zu rücken. Es ist notwendig, die Zusammenarbeit von Ärzten und Therapeuten, Krankenversicherungen und Unternehmen zu verbessern. Wir müssen in unserer Gesellschaft eine Kultur des lebenslangen Lernens etablieren, die auch gesundheitliche Aspekte vermittelt. Eine grundlegende Neuausrichtung unseres Gesundheitswesens bietet jetzt die Chance, inhaltliche Akzente zu setzen, Potentiale besser auszuschöpfen und die Effizienz des Systems zu steigern. Der Präventionsappell ist im Internet unter www.vdbw.de nachzulesen.

Mediale Unterstützungskampagne
Politische Veränderung braucht neben fachlichen Argumenten mediale Unterstützung. Mit einer breit angelegten medialen Unterstützungskampagne wollen wir unseren Argumenten Nachdruck verleihen. Dazu wollen wir zunächst Unternehmen um ein Bekenntnis zu mehr Gesundheitsvorsorge im Job bitten. Wir wollen Vorstände, Geschäftsführer und Behördenleiter dafür gewinnen, den Präventionsappell zu unterstützen, um damit die Nachhaltigkeit medizinischer Maßnahmen durch arbeitsmedizinische Intervention zu stärken und Betriebsärzte vor Ort einzubeziehen sowie die begrenzten Förderungsmöglichkeiten für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung durch die gesetzliche Krankenversicherung zu erweitern. Als erste Unternehmen haben sich die Siemens AG und die Thyssen Krupp AG zur Mitwirkung bereit erklärt. Als nächstes wollen wir leitenden Betriebsärzten von Unternehmen die mediale Initiative vorstellen. Ziel ist es, dass zahlreiche Unternehmen fordern, das Gesundheitssystem weiterzuentwickeln und Prävention und Gesundheitsförderung als entscheidende Handlungsfelder zu integrieren.

Twitter, Facebook und Co.
Gesellschaftliche Veränderungen werden heute mit sozialen Netzwerken initiiert. In einer weiteren Stufe wollen wir über Plattformen dazu einladen, sich zu mehr Gesundheitsvorsorge im Job zu bekennen. Es braucht Rahmenbedingungen für die Befähigung der einzelnen Menschen zum kompetenten und eigenverantwortlichen Umgang mit der eigenen Gesundheit. Der Präventionsappell wird damit zur Petition, er wird über das Internet unterstützt und erfährt eine immer größere Bedeutung. Eine internetbasierte Unterschriftenliste soll zeigen, dass Menschen in Deutschland die eigene Beschäftigungsfähigkeit als übergeordnetes Ziel im gesundheitlichen Zusammenhang ansehen.

Der Claim
Wir prüfen derzeit, welcher Claim sich am besten für die Kampagne eignet. Überlegungen richten sich auf gängige Begriffe, die zusammen mit einer leicht zu merkenden URL die Unterstützungskampagne in einem Wort zusammenfasst.

Der Zeitplan
Während des Deutschen Betriebsärzte-Kongresses sollen die sozialen Netzwerke in den Vordergrund gestellt werden. Wir gehen davon aus, dass die Verbandsmitglieder diese Kampagne unterstützen. Gegen Jahresende wollen wir Bilanz ziehen und der Politik eine große Zahl von Bekenntnissen von Unternehmen wie von Mitarbeitern übergeben.

Ihre Meinung ist gefragt
Was halten sie von der Idee? Ist die Kampagne richtig? Passt das neue Format zu unserer Verbandsarbeit? Ihre Meinung ist mir wichtig und ich würde mich sehr freuen, wenn sie mir dazu schreiben, am besten an: jochen.protzer@no-spam.vdbw.de