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Arbeitsmedizin

08.07.10

Statements: „Wie halten Sie es mit der eigenen Gesundheit?“

Wie halten Sie es mit der Gesundheit:
Der „Doktor-Titel“ alleine macht Ärztinnen und Ärzte nicht immun gegen Krankheiten von Körper und Seele. Für Betriebsärzte stellt sich die Frage: Wie halten Sie es mit der eigenen Gesundheit? Vier Kolleginnen und Kollegen haben diese Frage ganz persönlich beantwortet.


Dr. Ulrike Hein-Rusinek
Fachärztin für Innere Medizin, Betriebsmedizin und Notfallmedizin; Leiterin des Betriebsärztlichen Dienstes, Stabsstelle Hygiene; Gleichstellungsbeauftragte Sana Kliniken Düsseldorf GmbH

Ratschläge für Andere selbst beherzigen: Natürlich Sport – ich versuche dreimal pro Woche ins Fitness- Studio zu gehen. Ernährung – wenig Fleisch, gesunde, hochwertige Kost. No smoking!

Aber das Wichtigste für mich persönlich ist, mich abgrenzen zu lernen, mir und Anderen Grenzen zu setzen, mich nicht für alles zuständig, mich nicht als „Mutter des Betriebes“ zu fühlen. Denn das ist das Risiko unseres schönen Berufes: Das Feld „Arbeit und Gesundheit“ ist so grenzenlos und bei ganzheitlicher Interpretation kann man sich leicht darin verlieren!



Dr. Christine Kallenberg
Fachärztin für Allgemeinmedizin, Altheim

Wie bleibe ich krank? Wie werde ich gesund? Wie werde ich krank? Wie bleibe ich gesund?
In diesem Parallelogramm lebe ich jetzt 57 Jahre und habe ein paar schwere Krankheiten gut überstanden. Dabei schätze ich Auswahl: Notfallmedizin, Schulmedizin, augmentierte Elektroakupunktur, psychotherapeutische Gespräche und nach Art der Schamanen den schwarzen Gürtel für die Seele. Mittlerweile weiß ich wer und was mich gesund hält:
» ich stehe mitten im Leben mit Familie und Beruf
» ich bin Teil eines lebendigen sozialen Netzwerkes
» Musik ist meine Freundin. Ich singe jeden Tag und bin dabei glücklich.

Hingabe an das Leben ist mein Zauberwort. Am Friesendom in Nieblum fand ich diese Zeilen: Wir blühen auf um zu verwelken, um schöner aufzublühen verwelken wir.



Dr. med. Manfred Glatzel
Arzt für Arbeitsmedizin, Karlsruhe

1. Bewegung: Regelmäßige sportliche Aktivitäten sind bei mir fokussiert auf Basketball im Rahmen des Betriebssportes, durchschnittlich 2 Stunden Fahrradfahren am Wochenende und eine Urlaubsgestaltung unter dem Gesichtspunkt Bewegung. Sicherlich ist die Intensität dieser Aktivitäten eher am unteren Rand des sportphysiologischen Empfehlungslevel angesiedelt.

2. Der Faktor Mentale Entspannung hat für mich persönlich einen ebenso hohen Stellwert wie die körperliche Bewegung. Dazu gehört das Freihalten der Abende und weitgehend auch des Wochenendes von allen beruflichen Aktivitäten, stattdessen eine „zweckfreie“ Gestaltung der Freizeit z. B. das (hobbymäßige) Lesen von belletristischer Literatur oder auch das Anschauen eines Fernsehfilms.

3. Die Wahrnehmung regelmäßiger medizinischer Vorsorgemaßnahmen (urologisch, ophthalmologisch, internistischer Laborcheck und Darmkrebsvorsorge) ist für mich ein wichtiger Baustein der eigenen Gesundheitsvorsorge.

Abschließend möchte ich den besonderen arbeitsmedizinischen Wert einer regelmäßigen 45-minütigen Mittagspause hervorheben, die für mich im Arbeitsalltag eine wichtige salutogenetische Funktion erfüllt und deshalb von mir bei der Organisation der betriebsärztlichen Praxis konsequent eingeplant wurde.

Da ich in naher Zukunft meine berufliche Laufbahn beendet haben werde, kann ich für mich rückblickend sagen, dass die oben geschilderten Aktivitäten einen positiven Einfluss auf meine eigene Gesundheit hatten.



Dr. Monika Stichert
Fachärztin für Arbeitsmedizin, Erkrath

Gesunde Lebensführung – Wie halte ich es persönlich damit?
Ich sorge für ausreichend Schlaf, denn wenn mir etwas zu viel wird, bekomme ich Durchschlafstörungen. Dies sehe ich als mein Frühwarnsystem an. Ich esse sehr gerne Salate, Obst und Gemüse, so dass mir eine ballaststoffreiche Ernährung leicht fällt. Ich versuche, regelmäßig Sport zu machen – zweimal pro Woche entweder 30 Minuten Joggen oder Fahrrad fahren. Darüber hinaus 3-4 mal pro Woche Gymnastikübungen. Was mich ebenfalls gesund hält, ist mein Beruf, in dem ich zwar viel arbeite (50-60 Stunden pro Woche) aber mit sehr viel Freude und immer authentisch. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich nichts tun muss, hinter dem ich nicht stehe. Diesen Punkt halte ich für unbedingt gesundheitsförderlich.