Pfad:

Arbeitsmedizin

06.07.11

Änderung der Fahrerlaubnisverordnung

Zum 1.7.2011 tritt die Änderung der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) hinsichtlich der Anlage 6 in Kraft. Unter 2.1.2. wird dann gefordert: „ Ausreichendes Kontrast- oder Dämmerungssehen, geprüft mit einem standardisierten anerkannten Prüfgerät“. Leider existieren keine genauen Anforderungen an die Geräte und es sind auch keine Grenzwerte formuliert, so dass für die Umsetzung Unsicherheiten bestehen.

Nach Intension des Gesetzgebers muss diese Prüfung auch bei Arbeits- und Betriebsmedizinern möglich sein. Abgeklärt ist inzwischen, dass auch die Geräte zugelassen werden, die das Kontrastsehen unter Tageslichtbedingungen messen. Das bedeutet, dass neben dem Mesotest-Gerät oder dem Nyctometer zur Prüfung des Dämmerungssehens auch die bei Betriebsärzten gebräuchlichen Geräte, die eine Messung des Kontrastsehens unter photopischen Bedingungen ermöglichen, nämlich Rodatest 302 und Optovist, zugelassen sind.

Insgesamt sollte der Betriebsarzt das Kontrast- oder Dämmerungssehen mit den vorhandenen Geräten – also Mesotest, Nyktometer, aber auch Rodatest 302 und Optovist – als Screening-Untersuchung durchführen; die genannten Geräte sind unter Screening-Gesichtspunkten ausreichend standardisiert. Wichtig ist, dass dabei entsprechende Grenzwerte anzuwenden sind. Bei den Geräten Rodatest 302 und Optovist werden diese nach Empfehlungen der Universitätsaugenklinik Tübingen wie folgt definiert: „Bei einem Sehzeichen Visus 0,25 muss der Prüfling einen Kontrast von 10 % erkennen, d.h. bei 5 Landoltringen müssen bei mindestens drei die Öffnungen richtig benannt werden.“ Der VDBW hat auf den erhöhten Aufwand und dadurch steigende Kosten hingewiesen, denn die Überprüfung des Kontrast- oder Dämmerungssehens und der Blendempfindlichkeit erhöht den zeitlichen Untersuchungsaufwand um einige Minuten und damit auch die Kosten für die betroffenen Antragsteller nach FeV. Demgegenüber heißt es in den Erläuterungen zur FEV-Änderungsverordnung: „dass die Untersuchung des Kontrast- und Dämmerungssehens beim Arbeits- und Betriebsmediziner mit geringem Zeitaufwand und vorhandenem Instrumentarium möglich ist“. Betriebsärzte können und müssen bei Auffälligkeiten (Anamnese, Nichterreichen der Sollwerte) zum Augenarzt überweisen. Dabei wird der Augenarzt die Ursache des verminderten Kontrastsehens mit Spaltlampe, Augenspiegel u.a. sowie Testung mit den augenärztlich üblichen Geräten ermitteln und entsprechend den DOG-Empfehlungen dann Tauglichkeit / Eignung oder Untauglichkeit / Nicht-Eignung feststellen. Wichtig ist, dass dies in Abstimmung mit dem Betriebsarzt erfolgt, der die genauen Arbeitsbedingungen kennt. Nach entsprechender Abstimmung mit dem Augenarzt ist in Grenzfällen mit einer standardisierten Fahrprobe ein opportunes Mittel gegeben, um die Fahrtauglichkeit zu prüfen. Wichtig ist, dass dies unter entsprechenden Bedingungen erfolgt: nachts mit Gegenverkehr und Blendung und unter Beteiligung eines Sachverständigen der Fahrschule.