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06.04.11

Sind wirtschaftlicher Erfolg und Wertekultur im Unternehmen vereinbar?

Hat Wertekultur für Unternehmen einen Wert – und wie stark wird sie heute
gelebt und befördert?

Unmittelbar nach der Wirtschaftskrise wurde vielfach an dem moralischen Grundverständnis in den Führungsetagen großer Konzerne gezweifelt. Aber Werteorientierung hat für Manager durchaus wieder Hochkonjunktur: Die dritte Führungskräftebefragung der „Wertekommission – Initiative Werte bewusste Führung e. V.“ in Zusammenarbeit mit der Kölner strategieberatungsgesellschaft VALORESS zeigt jetzt, dass gelebte Werte als Führungsinstrument und als Weg zu höherer und nachhaltigerer Wertschöpfung für Führungskräfte in deutschen Unternehmen eine immer wichtigere Rolle spielen, insbesondere nach der Überwindung der Wirtschafts- und Finanzkrise.

Respekt, Fairness und Integrität werden als Kernwerte angesehen – und als strukturelle Faktoren, die die Unternehmensentwicklung, das Image des Unternehmens und damit auch seinen wirtschaftlichen Erfolg maßgeblich beeinflussen. Es gäbe eine zunehmende Bereitschaft von Führungskräften, aktiv für eine stärkere Werteorientierung im Unternehmen einzutreten. Zugleich sind nach Ansicht der Führungskräfte die Chancen heute besser denn je, Werte im Unternehmensalltag umzusetzen.

Befragt wurden rund 300 Führungskräfte aus allen Altersgruppen. Die Analyse fand in der ersten Jahreshälfte 2010 statt, also nachdem die wirtschaftliche Erholung bereits an Fahrt gewonnen hatte und die akute Krise gemeinhin als überwunden galt. Kai Hattendorf, Vorstandsmitglied der Wertekommission und Co-Autor der Studie, erklärt: „Die Befragung zeigt eindeutig, dass Werteorientierung endgültig von der Peripherie ins Zentrum der Unternehmen gerückt ist. Werte schaffen Wert, das gilt für Führungskräfte in Deutschland heute mehr denn je.“

Die Entschlossenheit der Führungskräfte, sich im Unternehmensalltag für Werte einzusetzen, hat deutlich zugenommen – im Zweifelsfall auch gegen eine vermeintliche betriebswirtschaftliche Logik. Umgekehrt ist die Bereitschaft zu Kompromissen bei Defiziten in der Werteorientierung bzw. bei konkreten Verletzungen von zentralen Werten im Unternehmensalltag vergleichsweise gering ausgeprägt. Führungskräfte sind daneben zunehmend bereit, Missstände offen anzusprechen. So plädieren nur 27,8 % von ihnen für die Einrichtung einer anonymen Ansprechstelle bei Fehlverhalten von Vorgesetzten oder Kollegen – ein bemerkenswerter Ausdruck einer auf Transparenz basierenden Wertekultur. In diesem Sinne hat auch der Kernwert „Mut“ für die befragten eine neue Konnotation gewonnen.

Rund zwei Drittel aller Befragten sind der Meinung, dass sich die Chancen zur Umsetzung von Werten in ihren Unternehmen generell verbessert hätten. Die Unternehmen kommen damit zunehmend in der dritten Phase wertebewussten Handelns an: Wurden vor Jahren zuerst mit der Belegschaft Werte definiert und postuliert, so kam es dann – befeuert durch eine Reihe öffentlich breit diskutierter Fälle von Fehlverhalten einzelner Top-Manager – zur internen wie externen Glaubwürdigkeitsprüfung der so erstellten Wertesysteme.

Heute sind in vielen Fällen Wertvorstellungen in Unternehmen erarbeitet, vermittelt und akzeptiert – und darüber hinaus oft auch in die Entlohnungssysteme implementiert. Gleichzeitig steigt der Druck von außen – von Kunden und sonstigen Stakeholdern – auf die Unternehmen, die sich dem Thema verweigern. Die gesamten Ergebnisse der Studie stehen unter www.wertekommission.de zum Download bereit.

Gesundheit und Führungskultur – warum die Folgen schlechter Führung kein Arzt heilen kann

Das Thema betrifft auch die Arbeitsmedizin. Es reicht nicht, ein Gesundheitsprogramm zu initiieren oder einige Fitnesstrainer ins Unternehmen zu holen, um einen gesunden Lebensstil der Mitarbeiter zu prägen.

Denn folgt der Führungsstil nicht einem Verständnis von Partnerschaft und Fairness, nehmen gesundheitliche Probleme zu und die Ergebnisse des Unternehmens verschlechtern sich nachweislich. Wie groß der Einfluss von Führungskräften auf Wohlbefinden und Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter ist, darauf machen die beiden Mediziner Dr. Walter Kromm und Dr. Gunther Frank in ihrem Buch „Unternehmensressource Gesundheit“ aufmerksam. Ihre These: Es sind nicht die Ärzte, sondern die Führungskräfte, die den entscheidenden Beitrag für ein gesundes und damit erfolgreiches Unternehmen leisten.

Zur Wertekommission
Der Untertitel „Initiative Werte bewusste Führung“ macht das Anliegen der Wertekommission deutlich: Der Verein, der auf dem ehrenamtlichen Engagement von Führungskräften aus verschiedenen deutschen Unternehmen basiert, tritt dafür ein, dass sich Werte als Grundlage modernen Managements und erfolgreicher Führung durchsetzen.

Über VALORESS
Die VALORESS Strategieberatungsgesellschaft berät Führungskräfte mittelständischer Unternehmen und Konzerne in den Bereichen Werte, Marke und Führung. Zukunft braucht Herkunft: Die Beratungstätigkeit orientiert sich an dem Erfahrungswissen einer zwei Jahrtausende währenden abendländischen Tradition.

Kontakt
Wertekommission – Initiative Werte Bewusste Führung e.V.
Geschäftsstelle Bonn, Tel. 0228 2425941,
E-Mail: geschaeftsstelle@no-spam.wertekommission.de,
www.wertekommission.de

VALORESS Strategieberatung,
Dr. Hubertus Zilkens, Tel. 0221 379982-0,
E-Mail: zilkens@no-spam.valoress.com,
www.valoress.com

 
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