In einem offenen Brief wendet sich der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW), die Interessensvertretung rund 3.000 arbeitsmedizinischer Mitglieder, Anfang Juni an die Abgeordneten der Bundesrepublik Deutschland. In dem Schreiben wirbt der Verband für eine präventionszentrierte Umgestaltung des Gesundheitssystems und knüpft damit an die im Mai 2011 gestartete Online-Petition und Gesundheitsvorsorge-Kampagne „JobFit“ an, die bereits Unternehmen mit mehreren Millionen Mitarbeitern unterstützen.
Präventionskampagne für mehr Gesundheitsvorsorge im Betrieb
Der VDBW setzte sich im Rahmen der Präventionskampagne „JobFit“ vor einem Jahr das ambitionierte Ziel, Frühverrentungen aufgrund von Erkrankungen, die durch Prävention vermeidbar sind, entgegenzuwirken. Die positive Bilanz der Kampagne spricht für die Relevanz und Aktualität des Anliegens: Unter den zahlreichen Unterstützern der Vorsorge-Kampagne befinden sich überwiegend DAX-Unternehmen und große Mittelständler, so etwa Adidas, Deutsche Post, Henkel, Siemens und ThyssenKrupp. Damit bekennen sich Unternehmen mit mehreren Millionen Beschäftigten öffentlich zu mehr Prävention und Gesundheitsförderung im Betrieb. „Durch ihre digitale Unterschrift signalisieren die Unternehmen, Institutionen und Beschäftigen ihren ausdrücklichen Ruf nach mehr Prävention im Gesundheitssystem“, zeigt sich VDBW-Präsident Dr. med. Wolfgang Panter mit dem Ergebnis der Initiative zufrieden.
Gesamtgesellschaftliches Ziel benötigt gesetzlichen Rahmen
„Durch gesundheitliche Prävention kann die für Menschen und Unternehmen existenziell notwendige Beschäftigungsfähigkeit nachhaltig gesichert werden“, sagt Panter. Dieses gesamtgesellschaftliche Ziel lasse sich aber mit den Konzepten und Mitteln betrieblicher Prävention allein nicht erreichen“, gibt sich der Verbandspräsident realistisch. Er fordert daher: „Um die Beschäftigungsfähigkeit langfristig zu erhalten, brauchen wir ein präventiv orientiertes Gesundheitssystem.“ Denn: „Gerade chronische Leiden sind der Prävention besonders zugänglich“, weiß Panter und verweist auf die „Erfolgsgeschichte Arbeitsschutz“ als Beispiel erfolgreicher Prävention.
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